Centre Résolution Conflits, DR Kongo
Neues aus dem Projekt
Feb 2012 John le Carré wirbt für Peace Direct
Wir freuen uns sehr, dass der britische Bestsellerautor John le Carré im britischen Radiosender BBC 4 für die Arbeit von Peace Direct geworben hat.
John le Carré wurde mit dem Spionage-Thriller „Der Spion, der aus der Kälte kam“ weltberühmt; die Verfilmung seines Romans „Dame, König, As, Spion“ ist zurzeit in den deutschen Kinos zu sehen. Der Schriftsteller hat den östlichen Kongo besucht und dort mit eigenen Augen die schrecklichen Folgen des Krieges gesehen, die unsere lokalen Friedensstifter dort mit Ihrer Arbeit heilen wollen. Wir fühlen uns sehr geehrt durch diese Bestätigung unseres Ansatzes lokaler Friedensarbeit.
In der Radiosendung erzählt John le Carré die Geschichte von Magana, einer Mutter von sieben Kindern im kriegsgebeutelten Kongo. Eines Tages stellt sie fest, dass ihr Dorf von bewaffneten Rebellensoldaten umzingelt wurde. Ihre einzige Hoffnung ruht auf dem Friedensstifter Henri Ladyi…
„Das ist Friedensarbeit von der Sorte, die wirklich zählt: Auge in Auge mit den kriegführenden Parteien vor Ort, deren Konflikte von Friedensstiftern aus ihren eigenen Gemeinden geschlichtet werden.“ John le Carré
Die Sendung (in englischer Sprache) kann online unter folgendem Link gehört werden: http://www.bbc.co.uk/iplayer/console/b01b8yxr
Hier können Sie mehr über Henrys lebensrettende Aktivitäten erfahren.
Hier können Sie für die Arbeit von Peace Direct spenden.
Oct 2011 D.R. Kongo: Milizkämpfer schalten den Frieden ein
In der D.R. Kongo ist das Radio eines der wenigen zuverlässigen Massenkommunikationsmittel – und vielleicht der einzige Weg, Menschen tief im Busch zu erreichen. Aber genau diese Menschen – die Milizen im Zentrum eines der tödlichsten Konflikte der Welt – will unsere lokale Friedensorganisation, das Centre Résolution Conflits (CRC), erreichen. Das CRC will sie dazu aufrufen, ihre Waffen niederzulegen und nach Hause zurückzukehren. Um das zu erreichen, hat es geholfen, 119 Radioclubs in Gemeinden des östlichen Kongo zu gründen.
Viele der Kämpfer im Busch sind den Milizen beigetreten, um ihre Gemeinden zu schützen, als der Bürgerkrieg durch den Ost-Kongo fegte. Aber als der Krieg andauerte und das Ausmaß der Grausamkeiten stieg, wurden immer mehr in die Kämpfe verwickelt. Heute sagen sie dem CRC, dass sie gerne nach Hause zurückkehren würden, um den Frieden zu wagen statt Krieg.
Die Angst hält viele Kämpfer davon ab, nach Hause zu gehen. Angst vor Schikanen der Armee. Angst vor Vergeltungsmaßnahmen der Dorfbewohner wegen ihrer begangenen Verbrechen. Angst davor, außerhalb der bewaffneten Gruppen keinen Lebensunterhalt zu finden. Die Sendungen der Radioclubs stellen diese Ängste infrage. Oft sind die Sprecher selbst frühere Kämpfer. Sie wollen ihren Kameraden berichten, dass es sicher ist, und sie ermutigen, nach Hause zu kommen. Sie zeigen, dass es eine Alternative zum Leben im Busch gibt.
Ich kann sagen ‘Ich bin Kidicho, ich bin mit euch dort gewesen, ihr kennt mich, ihr habt mit mir in den Bergen gelebt und gekämpft. Jetzt bin ich hier, ihr hört meine Stimme, es geht mir gut hier und ich bitte euch, meinem Beispiel zu folgen.’ – Kidicho, früherer Milizkämpfer
Die Radioclubs ermutigen die Kämpfer nicht nur zur Rückkehr, sondern legen auch den Grundstein für den Aufbau eines neuen Lebens. Die Sendungen sprechen davon, sein Verhalten zu ändern – wie man Konflikte löst, statt auf sie zu reagieren -, so dass die Gemeinden die Kämpfer außerhalb der Milizen nicht fürchten. Die Radioclubs sprechen auch zu Gemeinden, die vielleicht die Rückkehr derjenigen fürchten, die schreckliche Verbrechen verübt haben könnten. Die Radioclubs können zeigen, wie die Akzeptanz früherer Kämpfer für die Gemeinden zum Vorteil wird, nicht zur Last. Dieser Fokus auf sowohl Kämpfer als auch Gemeinden sorgt dafür, dass nur in wenigen Fällen Menschen in den Busch zurückkehren.
Als wir unseren Kollegen zuhörten und merkten, dass sie problemlos von den Gemeinden Willkommen geheißen wurden, entschlossen auch wir uns, ebenfalls diesen Weg zu gehen und den Busch zu verlassen. – Kasareka, früherer Mai Mai-Milizionär
Die Radioclubs werden immer stärker, aber sie benötigen Ihre Unterstützung, damit sie weiterhin erfolgreich sind. Spenden Sie noch heute, und Sie können dem CRC helfen zu denen zu sprechen, die am schwersten zu erreichen sind, und an sie zu appellieren, ihre Waffen niederzulegen und der D.R. Kongo den Frieden zu bringen.
Aug 2011 D.R. Kongo: 4.532 Milizkämpfer legten ihre Waffen nieder
In den letzten beiden Jahren hat das Centre Resolution Conflits (Konfliktlösungszentrum, CRC), unsere lokale Friedensorganisation in der östlichen D.R. Kongo, 4.532 Milizkämpfer überzeugt, ihre Waffen niederzulegen und den Busch zu verlassen.
Von den 4.532 Menschen, die nicht länger zur Gewalt und Instabilität im Kongo beitragen, sind
- 1.078 zur Polizei gegangen
- 1.200 jetzt in der Nationalen Armee
- 1.604 ins zivile Leben zurückgekehrt und wurden durch Arbeits-Kooperativen dabei unterstützt
- 650 Kinder
Der Erfolg des CRC lag dabei nicht nur darin, Kämpfer davon zu überzeugen, ihre Waffen aufzugeben – seine Programme sind auch darauf ausgerichtet, den Kämpfern dabei zu helfen, in Frieden zu leben, damit sie nicht beim nächsten Ruf zu den Waffen in den Busch zurückkehren. Nach Kongos brutalem Krieg ist Armut weitverbreitet, und ohne die Mittel um für sich zu sorgen würden viele frühere Milizionäre wieder zu ihren Truppen zurückkehren. Das CRC schickt jeden durch ein umfangreiches Programm, um sie auf ein Leben außerhalb des Busches vorzubereiten. Die Männer werden in Landwirtschaft, Viehzucht oder einem Handwerk ausgebildet, dann werden sie in Arbeits-Kooperativen unterstützt, damit sie ihre Ressourcen zum Wohle der gesamten Gemeinde zusammenführen können. Das CRC benötigt für dies alles nur ca. 250 Euro pro Person, einen Bruchteil der Kosten eines UN-Projekts.
Das Projekt funktioniert, weil es aus der Zivilgesellschaft heraus arbeitet, das CRC kennt und versteht die Stärken der Menschen, denen es hilft. Aufgrund seiner Arbeit sind die Kämpfer keine Bedrohung mehr für die Gesellschaft. Und diese Zahlen umfassen nur die Kämpfer, denen das CRC direkt geholfen hat. Das Zentrum arbeitet auch eng mit anderen lokalen Friedensorganisationen in der D.R. Kongo zusammen, deren Arbeit dazu geführt hat, dass weitere 4.030 Milizionäre den Busch verlassen haben.
Ohne die unermüdliche Arbeit lokaler Friedensstifter wie das CRC wären diese Kämpfer im Osten der D.R. Kongo immer noch bewaffnet und gefährlich.
Das CRC hat in den vergangenen zwei Jahren unglaubliche Fortschritte gemacht. Aber es gibt immer noch viel zu tun. Spenden Sie noch heute, und Sie können ihm helfen, die Gewalt im Osten des Kongo zu beenden.
Jun 2011 Kongos Regierung stoppt “Waffen gegen Geld”- Programme
Rebellensoldaten zu entwaffnen und sie davon abzuhalten, wieder in den Krieg zu ziehen, ist eine der größten Herausforderungen, denen sich der Kongo heutzutage ausgesetzt sieht.
Als Paluku 20 war, kam der Krieg in sein Dorf. Weil er nicht nur dasitzen und zuschauen wollte, trat Paluku den Mai Mai bei – einer bewaffneten Gruppe, gegründet zum Schutz der Dorfbewohner. Als der Krieg im Kongo eskalierte und die Ressourcen knapper wurden, wurden auch die Mai Mai immer mehr in die Kämpfe verwickelt.
Seit 1996 verwüstet der Krieg den Kongo. Viele Männer wissen nicht, warum sie kämpfen, aber sie wissen auch nicht, wie sie sonst überleben sollen.
In Palukas Regiment gab es 1.000 Männer und über 500 Kinder. Berühmt für seine 14jährige Kampferfahrung lehrte Paluku die Männer, verbissen um Gebiete zu kämpfen – ungeachtet der im Kreuzfeuer festsitzenden Frauen und Kinder.
Es gibt viele Organisationen, die daran arbeiten, im Kongo Kämpfer zu entwaffen – viele bieten als Anreiz Geld für Waffen. Aber die für die Übergabe der Waffen angebotenen Summen übersteigen oft den Marktwert einer Waffe, und diesen Programmen wird vorgeworfen, die Anzahl der Waffen eher zu erhöhen als zu senken. Die kongolesische Regierung hat vor Kurzem verkündet, dass diese Programme nicht weiter betrieben werden.
Das Programm von Henri Ladyi, unserem Friedenstifter vor Ort, arbeitet nicht auf dieser Grundlage. Stattdessen werden frühere Rebellensoldaten, die jetzt friedlich leben, mobilisiert, um ihre früheren Kollegen zu erreichen. Die Soldaten, die sich dann an Henris Programm beteiligen, tun das, weil sie ein ureigenes Interesse daran haben, ihre Waffen niederzulegen.
Der Umschwung der kongolesischen Regierung ist ermutigend. Er zeigt ein Bewusstsein für die Fehler von schnellen Lösungen mit nur mangelhafter Wirkung. 2010 half Henri 1.020 Rebellensoldaten dabei, ihre Waffen niederzulegen. Dafür benötigte er weniger als 200 Dollar pro Kämpfer. Das ist nur ein Bruchteil des 5,5 Mio. Dollar-Budgets, dass die UNO im Kongo für ihre Demobilisierungsprogramme bereitgestellt hat.
Paluku und 180 weitere Männer baten um Henris Unterstützung. Paluku bekam Kleidung, Wasser, einen Ausweis und eine Ausbildung, um sich an das Leben im Frieden zu gewöhnen. Heute beaufsichtigt Paluku eine von Henri gegründete Kooperative von 40 Ex-Milizionären. Sie haben ihre Besitztümer zusammengelegt, um gemeinsam Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben.
Die Nachricht von Henris Programm verbreitet sich. Momentan verhandelt er mit der UNO im Kongo, um Wege für eine Zusammenarbeit zu finden.
Wir hoffen, dass dieser Umschwung der Regierung dazu führt, dass mehr Geld über lokale Organisationen wie die von Henri verteilt wird, die sich auf langfristige Abrüstung und Integration konzentrieren.
Henri benötigt nur 45 Euro für jeden früheren Milizionär, um ihm einen Platz in einer bestehenden Kooperative zu verschaffen. Spenden Sie 10 Euro im Monat und helfen Sie Henri, Gewalt zu verhindern und Gemeinden zu vereinen.
Apr 2011 Heimgebrachte Kinder: Masikas Geschichte
„Masika ist ein erstaunliches und wunderbares Mädchen, das alle Hoffnung verloren hatte. Jetzt ist sie stolz und in der Lage, denjenigen, die Kinder für bewaffnete Gruppen rekrutieren wollen, laut zu widersprechen.“ Henri Ladyi
Masika ist ein 15jähriges Mädchen, das mit nur 12 Jahren gewaltsam für eine bewaffnete Gruppe rekrutiert wurde. Drei Jahre lang wurde sie als Sexsklavin missbraucht.
“Ich wurde gezwungen, mit unterschiedlichen Jungs zu schlafen und hatte mit fünf oder sogar acht Jungs Geschlechtsverkehr in einer Nacht. Deswegen habe ich jetzt große Probleme mit meiner Sexualgesundheit. Ich musste für ungefähr 100 Männer Essen kochen und es zu den Soldaten an der Frontlinie militärischer Angriffe tragen. Zeitweise wurde ich als Spionin eingesetzt – unser Kommandant schickte mich als Sex-Geschenk zum feindlichen Kommandanten, damit ich ihre Pläne ausspionieren konnte.“
Heute betreibt Masika dank der Hilfe von Henri Ladyi, unserem Helden vor Ort, ein kleines Straßenrestaurant in der Stadt Beni. Henri half, Masika und viele weitere Kinder zu befreien, aber das ist erst der Anfang seiner Arbeit.
Wenn sie erst einmal die Milizgruppen verlassen haben, sehen sich die Kinder immer noch vielen Herausforderungen ausgesetzt – oft wissen sie nicht, wo ihre Familien sind, und wegen der erdrückenden Armut nach einem über zehnjährigen Bürgerkrieg brauchen die Kinder mehr als alles andere eine Möglichkeit, für sich selbst zu sorgen.
Henri gibt für jedes Kind nur 25 Euro aus, das reicht für saubere Kleidung, Reisekosten und eine Grundausbildung in einer Tätigkeit, mit der das Kind für sich selbst sorgen kann. Henri befreite im letzten Jahr 650 Kinder. Der zehnjährige Freddie arbeitet jetzt als Bäcker, er soll im Laufe des Jahres wieder in die Schule gehen. Der 13jährige Kalungu arbeitet als Friseur, er arbeitet mit der 14jährigen Mbila, die mit ihm aus dem Busch kam; zusammen hoffen sie, eines Tages einen eigenen Salon zu haben. Die Finanzierung dieser Arbeit hängt vollständig von Spenden aus der Bevölkerung ab – Menschen wie du und ich. Spenden Sie noch heute und helfen Sie diesen Kindern!
Und Masika? Sie hilft Henri dabei, Kinder und Eltern die Wirklichkeit des Lebens in einer bewaffneten Gruppe vor Augen zu führen – damit sie nicht für das Versprechen einer frischen Mahlzeit in den Busch verschwinden.
“Es war nicht leicht für mich, über meine Erfahrungen zu sprechen, denn ich habe viele schlimme Sachen erlebt. Aber ich muss den Kindern helfen, die Gefahren eines Eintritts in die Armee zu erkennen.“
Henris Organisation hat Netzwerke, die sich über den gesamten Ostkongo erstrecken. Im letzten Jahr war er mit einer Informationsveranstaltung auf Tour und hat Geschichten wie die von Masika der Öffentlichkeit präsentiert. Damit erreichte er 2.600 Dorfbewohner in einigen der abgelegensten Gebieten des Kongo. In jedem Dorf zeigten sie eine „Mauer der Hoffnung“, die mit Solidaritätsbotschaften von Peace Direct-Unterstützern bedeckt war – um den Kindern zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Sie können immer noch auf unsere englischen Seite Botschaften an der Mauer der Hoffnung für die Kinder des Kongo hinterlassen.
Henris Arbeit mit Kindersoldaten ist nur ein winzig kleiner Teil dessen, was er leistet. Im letzten Jahr half er 14.000 Menschen, nach der Flucht vor der Gewalt wieder heimzukehren; er überzeugte 1.020 Milizangehörige, ihre Waffen niederzulegen und zum Dorfleben zurückzukehren; und er gründete acht Kooperativen für Lebensunterhalt, so dass Dorfbewohner ihre Ressourcen für Landwirtschaft und Handel gemeinsam nutzen können. Unterstützen Sie ihn noch heute – spenden Sie!
Mar 2011 Kinder des Kongo.Wo sind sie jetzt?
Im Mai 2010 rettete Friedensstifter Henri Ladyi 35 Kindersoldaten, die in den Händen einer Mai-Mai-Rebellengruppe waren und tief in den Wäldern des Ostkongo lebten. Er gab diesen Kindern eine Ausbildung, damit sie für sich selbst sorgen können, und suchte nach Familienmitgliedern, die sie zu sich nach Hause nehmen würden. In diesem Herbst nahmen die Kinder nicht Waffen, sondern Schulbücher in die Hand. Dies sind die Erlebnisse von zwei der Kinder:
Freddie
Freddie ist 11 Jahre alt und war für 3 ½ Jahre der „Medizin-Junge“ der Rebellengruppe. Ihm wurde erzählt, dass die Miliz eine „Stadt der Freude“ sei. Er war einer der schüchternsten und zurückhaltendsten unter den 35 Kindern, die Henri rettete, aber er erzählte, dass seine Einheit aus 700 anderen Soldaten bestand, von denen 12 jünger waren als er. Henri schaffte es, Freddies Mutter zu finden und ihn zu ihr nach Hause zu bringen. Diesen September begann er sein erstes Jahr an der Grundschule.
Kalungu
Kalungu ist 13 Jahre alt. Er war gerade 11, als er das erste Mal eine Waffe in die Hand nahm. Er kommt aus einem Dorf, dass von den Milizen angegriffen wurde. Während eines Angriffs verschleppten sie seine Eltern und er hatte niemanden mehr an der er sich wenden konnte. Er trat der Mai –Mai-Gruppe bei, um den Angriff auf sein Dorf zu rächen. Henri ermöglichte Kalungu eine Ausbildung zum Friseur und half ihm, einen Onkel zu finden, bei dem er nun wohnen kann. Abends verdient Kalungu jetzt ein wenig Geld als Friseur und geht tagsüber zu einer weiterführenden Schule.
Freddie und Kalungu müssen nun nicht mehr mitten in der Nacht zum Kampf ausrücken, sie leben nicht mehr in den Wäldern, sind nicht mehr abhängig von den Befehlen ihrer Kommandanten. Sie können zur Schule gehen und Kinder sein – nicht Soldaten. Spenden von Peace Direct-Unterstützern haben dies ermöglicht. Vielen Dank!
Fotos © Fiona Lloyd-Davies
Nov 2010 Peace Direct-Unterstützer schicken 71 Kinder im Ost-Kongo zur Schule
In einem von Kämpfen und Zerstörung zerrissenen Ort hat der örtliche Friedensstifter Henri Ladyi die Dorfgemeinschaft zusammengebracht, um eine Schule für 650 Schutz suchende Kinder zu bauen. Die Spenden von Peace Direct-Unterstützern haben die Kosten des Schulbesuchs von 71 der Kinder gedeckt. Diese Kinder haben Monate, manchmal Jahre auf der Flucht vor der Gewalt verbracht, die ihr Leben auf den Kopf gestellt hat, aber jetzt können sie zur Schule gehen.
Eines dieser Schulkinder ist ein Junge namens Adirodou. Er sieht nicht älter aus als acht oder neun, aber er ist 14 – er sieht so jung aus, weil er die letzten zwei Jahre auf der Flucht vor der Gewalt war und tagelang laufen musste ohne zu wissen, woher die nächste Mahlzeit kommt.
Das Gebiet im östlichen Kongo, in dem Adirodou geboren wurde, heißt Aveba. Dieses Gebiet war zeitweise ein Zufluchtsort für Menschen zwischen den Fronten von Regierungstruppen und Rebellengruppen, zu anderen Zeiten lag es genau im Mittelpunkt dieser Kämpfe.
Aber seit April ist Aveba zum Zufluchtsort geworden, den die Menschen ansteuern, und langsam beginnen die Flüchtlinge zurückzukehren. Sie kamen bei Nacht und schlugen sich durch den Dschungel, damit sie nicht gesehen oder gehört wurden, während in der Ferne Gewehrfeuer zu hören war. Die ersten Ankömmlinge waren oft Frauen und Kinder; sie hatten keine Vorstellung davon, was sie erwartet, keinen Grund zu der Annahme, dass Aveba sicherer sein würde als der Ort, von dem sie kamen – nur die Hoffnung.
Viele kamen auf eigene Faust oder in Gruppen, aber einige, wie Adirodou und seine Mutter, bekamen Hilfe. Henris Organisation, Centre Resolution Conflits (CRC), hat sogenannte “Task Forces” gegründet: Gruppen aus örtlichen Anführern, Stammesältesten, früheren Milizionären und Menschen mit Einfluss, die die Gefahren einschätzen können und, wenn es sicher ist, die Menschen heimbegleiten, so dass sie nicht alleine ihr Glück versuchen müssen. Adirodou und seine Mutter kamen diesen Sommer in Aveda an. Er ist einer von 2.158 Kindern und Erwachsenen, denen CRC bei der Rückkehr in die Gegend geholfen hat, und einer von 14.000 Menschen im gesamten Kongo, denen CRC bei der Rückkehr nach Hause geholfen hat. Lesen Sie mehr über die Task Forces.
Es gibt einige internationale Organisationen, die in der Gegend tätig sind, aber sie können nur begrenzt Hilfe bieten – zum Beispiel eine Notfallstation, die eingerichtet wurde, um Kindern eine medizinische und Ernährungs-Grundversorgung zu bieten. Aber nach einem Aufenthalt von drei Wochen gibt es keine Folgebehandlung. 80 Prozent der Kinder in Aveba sind auf sich allein gestellt, sie brauchen unbedingt eine längerfristige Lösung.
Henri hilft den Kindern und Familienangehörigen oder Gastfamilien innerhalb einer Gemeinde. Und CRC hat mit den Gemeindemitgliedern gearbeitet, mit ihnen über ihre Rechte gesprochen, darüber, wie sie ihre Dörfer sicherer machen können und eine bessere Zukunft schaffen.
Der wichtigste Wunsch, den die Menschen äußerten, war eine Schule für die Kinder, damit sie sich auf ihre Zukunft konzentrieren konnten. CRC hat den Gemeinden bei der Finanzierung geholfen, indem man auf Glaubensgemeinschaften zuging, Honoratioren fragte, bei Hilfsorganisationen warb, und gemeinsam haben sie acht Klassenräume gebaut. 650 Kinder besuchen die Schule – es ist eng, aber es ist ein Anfang. Sie haben die Schule Kanana genannt, nach dem Ort, an dem viele von ihnen von der Miliz als Geiseln gehalten wurden, damit sie sich immer daran erinnern, wie kostbar der Frieden ist.
Alle Lehrer arbeiten zurzeit ehrenamtlich, dennoch verursacht der Unterhalt der Schule Kosten. CRC hat einige Grundmaterialien geliefert – Kreide und Übungsbücher für die Lehrer; jetzt mobilisieren sie die Gemeinde, um mehr Mittel bei Hilfsorganisationen einzuwerben. Für jedes Kind benötigen sie weniger als 20 Euro, damit es sechs Monate lang zur Schule gehen kann.
Henri hat die Spenden, die Peace Direct-Unterstützer ihm jeden Monat schicken, genutzt, um 71 Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Adirodou ist eines davon. Es war eine schwierige Reise, die kein 14jähriger mitmachen sollte, aber CRC beschäftigt einen ausgebildeten Ernährungsberater in der Gegend, der sicherstellt, dass seine Bedürfnisse gestillt werden. Henri hat uns erzählt, dass Adirodou immer noch schwach ist, aber es geht im gut und er kann das tun, was ein Grundrecht aller Kinder dieser Welt ist – Lernen.
Henris Arbeit ist erstaunlich, und das zu einem Bruchteil der Kosten einer internationalen Organisation. Sie können ihm das Einzige geben, was er braucht: ihrer Unterstützung! Spenden Sie regelmäßig und tun Sie jeden Monat etwas Unglaubliches, damit Kinder wie Adirodou die Chance auf eine sichere Zukunft haben.
Wir haben uns entschlossen, Ihnen heute noch kein Foto von Adirodou zu zeigen, aber sobald er bei besserer Gesundheit ist hoffen wir, ein Foto von ihm mit Ihnen teilen zu können. Stattdessen sehen Sie auf dem Foto ein paar der kräftigeren Kinder, die ebenfalls durch die Spenden von Peace Direct-Unterstützern die Schule besuchen können. (Das Kleinste ist wahrscheinlich noch nicht so weit!)
Nov 2010 Friedensstifter verdoppelt Reichweite im kriegszerütteten Ost-Kongo innerhalb eines Jahres
Die Organisation Centre Resolution Conflits (CRC) unseres Helden an der Basis, Henry Ladyi, hilft Gemeinden vor Ort, sich von Gewalt und Armut zu befreien, indem sie die Menschen mobilisiert, die mitten in einem Konflikt gefangen sind. Er benutzt dafür ein System von “Task Forces” – Bündnisse von früheren Milizionären, Armeeangehörigen, zivilen Anführern und anderen Personen mit Einfluss in ihrer Bevölkerungsgruppe, die sich für die Rechte der von ihnen repräsentierten Menschen einsetzen. Henri hat drei neue Task Forces gegründet, wodurch er seine Reichweite verdoppelt hat und Gebiete mit geringer Stabilität und großem Bedarf abdeckt – Gemeinden, die im Kreuzfeuer von Regierungs- und Rebellenkräften standen. Die Task Forces werden jetzt von den Gemeindeoberhäuptern und -angehörigen als entscheidender Partner für Frieden und Entwicklung angesehen.
Die Task Forces arbeiten auf vielerlei Art und Weise: sie begleiten Menschen, die vor der Gewalt geflohen sind, zurück in die Sicherheit, so dass sie sich nicht nachts alleine durch den Dschungel schlagen müssen; und sie arbeiten mit den gastgebenden Gemeinden, damit diese die Zufluchtsuchenden aufnehmen. Sie haben über 14.000 Menschen geholfen, nach Hause zurückzukehren. Sie verhandeln außerdem mit bewaffneten Gruppen in der Gegend, um das Leben der Dorfbewohner zu schützen und um sie zu ermutigen, die Waffen niederzulegen und zum Dorfleben zurückzukehren. In diesem Jahr haben sie bislang die Freilassung von 444 Kindersoldaten gesichert und 1.320 Erwachsene dazu ermutigt, die Rebellenbewegungen zu verlassen; 300 davon sind landwirtschaftlichen Kooperativen beigetreten, die das CRC gegründet hat.
In den Gebieten, in denen die Task Forces tätig sind, haben so viele Menschen Gewalt aus erster Hand erfahren, dass sie jederzeit den nächsten Ausbruch erwarten und darauf vorbereitet sind, beim ersten Anzeichen von Kämpfen zu fliehen. Aber in so unsicheren Gebieten sind die Anzeichen manchmal nichts als Gerede. Die Task Forces haben seit Januar 71 Gerüchte untersucht und ausgeräumt, wodurch sie den Menschen versichern konnten, dass kein Grund zur Flucht besteht. Nach allem, was diese Gemeinden durchgemacht haben, kann jeder Streit schnell ausarten wenn die Beteiligten zu den Waffen greifen; dennoch haben die Task Forces in diesem Jahr bereits für 152 Konflikte friedliche Lösungen gefunden. Es ist kein Wunder, dass die Arbeit der Task Forces von den Gemeindechefs so geschätzt wird.
Henris Arbeit ist unglaublich, seine Task Forces sind eine Chance für Sicherheit in Gebieten, die so lange unter ihrem Fehlen gelitten haben. Sie sind in Gebieten tätig, in die internationale Organisationen nicht gehen, und sie verlassen sie nicht, sobald die unmittelbare Gefahr vorbei ist, denn sie sind tief mit der Zukunft einer Gemeinde verbunden – ganz einfach weil sie ihre Heimat ist. Und sie tun all diese zu einem Bruchteil der Kosten von internationalen Organisationen. Sie können Teil ihrer erstaunlichen Arbeit sein, indem Sie ihnen das geben, was sie dringend brauchen – Ihre Unterstützung!
Fotos © Fiona Lloyd-Davies
Aug 2010 90.000 Flüchtlinge in der DR Kongo

14.300 Familien suchen Schutz in Oicha
Henri berichtet, dass die ADF Nalu vergangene Woche die Regierungsarmee in Eringeti angegriffen hat – ca. 80 km von der Stadt Beni entfernt. Dorfbewohner wurden erneut zur Flucht gezwungen und haben sich jetzt in der Stadt Oicha gesammelt, 45 km von Beni entfernt. Täglich treffen mehr Menschen in Oicha ein und ihre Anzahl wird zur Zeit auf 14.300 Familien geschätzt.

CRC-Angestellte reden mit den Schutzbedürftigen, um ihre Bedürfnisse zu besprechen
Jetzt zeigt sich, dass Arbeit, die Henri in den letzten zehn Jahren geleistet hat – benachbarte Gemeinden zu ermutigen, friedlich zusammenzuleben und den Bedürftigen Schutz zu bieten – äußerst wichtig sein wird. Die Situation ist extrem kritisch, dennoch werden Henri, die Arbeitsgruppen, die aus ehemaligen Milizmitgliedern bestehen und die lokalen Führungspersonen, die er im östlichen Kongo eingerichtet hat, helfen, eine sichere Durchreise für diejeniegen auszuhandeln, die sie benötigen und die Ruhe in Oicha zu stärken.
Bitte unterstützen Sie Henri heute, und helfen Sie, die Hoffnung in dieser unruhigen Region wiederherzustellen.
Sep 2009 Freiwillige Demobilisierung in Butembo
Ich möchte Ihnen von einem Jungen erzählen, den ich diesen Monat getroffen habe. Am 13. August reiste ich mit fünf anderen Mitgliedern des CRC (Centre Resolution Conflits). Unser Ziel war es, denjenigen zu helfen, die sich mit der Regierung versöhnen wollten, indem wir das Bewusstsein der Milizen für freiwillige Demobilisierung erhöhten; dazu nutzten wir Radiosendungen und Treffen mit den Anführern der bewaffneten Gruppen.
Während ich eine Radiosendung moderierte, wartete ein Junge draußen. Er war ungefähr 20 Jahre alt, mit nacktem Oberkörper, kahlrasiertem Kopf und völlig durchnässt. Ich war etwas nervös, als ich mich diesem Fremden näherte, aber ich tat es, und er erzählte mir diese Geschichte:
Sein Name war Oberst Kambale Maitre des Erreurs (Meister der Fehler) und er war der Oberbefehlshaber von mehr als 150 Milizionären. Er hatte in den letzten drei Monaten versucht, den Busch zu verlassen, aber keine Gelegenheit gefunden, dies ohne Gefahr zu tun. Der Oberst gab zu, viele Menschen getötet zu haben, aber er sagte auch, dass er versucht hatte, fast 40 Menschen zu befreien, die unter seinem Kommando verhaftet worden waren. Jetzt wollte er aus der Miliz ausbrechen und in Frieden leben. An jenem Morgen war Kambale zum Fluss gegangen, um seine Kleider zu waschen; er nutzte die Gelegenheit und floh in den Wald und nachdem er den ganzen Tag durch den Regen gelaufen war erreichte er Butembo, wo er unsere Sendung hörte.
Weil CRC in Butembo bekannt ist ließ die Polizei ihn die Nacht in ihrer Zelle verbringen, und obwohl um diese Zeit alles geschlossen war, weil es nach Einbruch der Dunkelheit draußen nicht sicher ist, gelang es mir, eine Frau zu finden, die für uns und Kambale etwas zu Essen zubereitete.
Am nächsten Morgen gingen wir zum Bürgermeister, um Hilfe von ihm zu erbitten – er wollte CRC bei der Hilfe für Kambale unterstützen, weil er glaubte, dass junge Menschen dabei unterstützt werden müssen, ihre Optionen zu verbessern, damit sie nicht gezwungen sind, im Busch zu kämpfen. Es ist gut zu wissen, dass wir seine Unterstützung haben und seinen Glauben in unsere Arbeit, die wir leisten.
Ich ließ Kambale beim CTO (Zentrum für Übergang und Orientierung), wo ihm geholfen wurde, Familienmitglieder zu finden und ins Dorfleben zurückzukehren. Er lebt jetzt in einem Dorf nahe beim Haus seiner Tante. In den folgenden Tagen kamen 11 von Kambales Mitkämpfern aus dem Bush, und das CTO hat ihnen geholfen, sich wieder zu integrieren. Kambale und ich werden weiter daran arbeiten, weitere aus dem Dschungel zu rufen.
Kambale ist nur ein Beispiel, denn seit Anfang August haben 158 Kinder und 45 Erwachsene den Dschungel verlassen und die freiwillige Demobilisierung gewählt. Das CRC-Team wird mit ihnen arbeiten, damit sie ihren Frieden finden.
Henri
CRC-Direktor
Beni, Aug. 2009
Erfahren Sie mehr über die Arbeit von Henri und dem CRC, Frieden im Krieg zu finden, der mindestens 5 Millionen Leben gekostet hat, und besuchen Sie seine Homepage: http://www.peacedirect.de/peacebuilders/drcongo/




