Centre for Peacebuilding and Reconciliation[[]]Sri Lanka
Neues aus dem Projekt
Mar 2012 Preise für unseren Partner in Sri Lanka
Zwei renommierte Preise haben die Pionier-Friedensarbeit von Dishani Jayaweera anerkannt, der Ko-Gründerin unseres Partners in Sri Lanka, dem Centre for Peacebuilding and Reconciliation (CPBR).
Religiöse Gräben in Sri Lanka überwinden
Sri Lanka ist ein Land mit einer reichen kulturellen und religiösen Vielfalt. Aber leider wurden die Menschen aus verschiedenen religiösen Gruppen während der letzen drei Jahrzehnte durch landesweite Konflikte voneinander getrennt.
Dennoch hat das CPBR schon lange verstanden, dass Religion eine starke Kraft sein kann, um gesellschaftliche Gruppen zusammenzuführen statt sie zu trennen.
Seine bahnbrechende Friedensarbeit bildet religiöse Führer in Konfliktbewältigungsstrategien aus und ermutigt den Dialog zwischen den verschiedenen religiösen und ethnischen Gruppen Sri Lankas.
Der Tanenbaum-Preis für Friedensstifter in Aktion
Der Einfluss von Dishanis Friedensarbeit wurde im März vom Tanenbaum Center in New York anerkannt, indem sie zur diesjährigen “Friedensstifterin in Aktion” (Peacemaker in Action) ernannt wurde.
Dieser Preis wird verliehen an “religiös motivierte Männer und Frauen, die in den gefährlichsten Konfliktzonen der Welt für den Frieden tätig sind.” Um sich zu qualifizieren müssen Friedensstifter in ihrer Gesellschaft vor Ort an der Basis arbeiten. Ein Großteil des Preises erkennt das inhärente Risiko dieses praktischen Ansatzes an.
Durch diesen Preis wird Dishani Teil des Netzwerks der Tanenbaum-Friedensstifter, einer außergewöhnlichen Gruppe inspirierter Menschen, die unermüdlich in Konfliktzonen agieren – nicht der persönlichen Anerkennung wegen, sondern um ihren Gesellschaften Frieden zu bringen.
Der Koexistenz-Preis
Ebenfalls im März wurde Dishani für den Koexistenz-Preis der Coexist Foundation nominiert, einer religiösen Wohltätigkeitsorganisation in den USA.
Dieser Preis würdigt die positive Rolle, die Religion beim Friedensstiften spielen kann, und will inspirierende Beispiele aus aller Welt hervorheben.
Die Coexist Foundation hat Dishani nach eigener Aussage “wegen ihrer herausragenden Arbeit mit Sri Lankas verschiedenen religiösen Gemeinschaften ” nominiert. Sie lobten die Art, wie sie die religiöse Lehre nutzt, “um die verschiedenen Glaubensführer zusammenzubringen”, und dass sie “Gewalt auf eine Art und Weise durch friedliche Verhandlungen ersetzt hat, die sowohl bemerkens- als auch bewundernswert ist.”
Dishani wurde aus mehr als 200 Bewerbern in die engere Auswahl von sechs Nominierten für den Preis aufgenommen. Die Preisverleihung wird in New York stattfinden.
Mit der ihr eigenen Bescheidenheit hat Dishani betont: “Dieser Preis ist nicht für mich, er ist für uns alle beim CPBR. Wir möchten diese Neuigkeiten in Dankbarkeit und Respekt mit euch teilen. Ihr habt uns alle auf dieser Reise auf unterschiedliche Art und zu unterschiedlichen Zeiten untersützt.”
Aug 2011 Sri Lanka: Basisgelenkte Friedensinitiativen
Sri Lankas Bürgerkrieg mag vorüber sein, aber 30 Jahre der Gewalt haben eine Gesellschaft hinterlassen, die durch ethnische und religiöse Grenzen geteilt ist. Peace Direct unterstützt das Centre for Peacebuilding and Reconciliation (Zentrum für Friedensaufbau und Versöhnung, CPBR). CPBR hat einen innovativen Ansatz der Friedensarbeit in Sri Lanka. Die Organisation bildet die religiösen Führer und junge Menschen in Frieden und Konfliktlösung aus, damit diese unabhängig agieren und einen nachhaltigen Wandel schaffen können. Durch Einbeziehung der örtlichen Anführer von heute und morgen baut CPBR eine Basisorganisation für Frieden und Versöhnung auf.
Ein jüngstes Ereignis in Batticaloa, einer Provinz im Osten Sri Lankas, hat gezeigt, wie effektiv dieser Ansatz sein kann.
Ein Hindu-Priester, im Rahmen des Programms ausgebildet, organisierte selbst zwei Gemeindetreffen für interreligiöse Harmonie und Konflikttransformation. Der Priester überzeugte andere Gemeindeführer teilzunehmen, und das Ereignis wurde vollständig von der Gemeinde organisiert und durchgeführt – mit nur geringer Unterstützung von CPBR.
30 religiöse Führer nahmen teil und der Direktor der örtlichen Schule war so beeindruckt, dass er nach einem weiteren Workshop für seine Schüler fragte. Als Ergebnis dieses Workshops traten 35 neue junge Menschen dem Junge Visionäre-Netzwerk bei.
Die Ausbildung nur eines einzigen Hindu-Priesters erreichte 30 weitere religiöse Anführer und brachte 35 Menschen in das Junge Visionäre-Programm. Spenden Sie noch heute und helfen Sie CPBR, weitere zerrissene Gemeinden zu erreichen und seine Botschaft von Frieden und Versöhnung zu verbreiten.
May 2011 Sri-Lanker helfen sich nach den jüngsten Überschwemmungen gegenseitig
Im Januar diesen Jahres gab es in Sri Lanka Überschwemmungen, unter denen über eine Million Menschen zu leiden hatten. Die am schlimmsten betroffene Region war Batticaloa – ein überwiegend von Tamilen bewohntes Gebiet, das in den letzten Bürgerkriegsjahren ein Zentrum der Kämpfe war.
Nach 26 Kriegsjahren ist die Gesellschaft Sri Lankas immer noch entlang ethnischer und religiöser Grenzen geteilt. Dishani Jayaweera, unsere Friedensstifterin vor Ort, hat in den vergangenen fünf Jahren mit jungen Menschen und religiösen Führern zusammengearbeitet, um Gemeinden zu vereinen und sie davon abzuhalten, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Um das zu erreichen, hat sie Verbindungen und Verständnis zwischen den unterschiedlichen Gruppen aufgebaut.
Als die Fluten Batticaloa überschwemmten waren es diese Verbindungen, die die Menschen nutzten, um Hilfe zu erhalten, als sie sie am dringendsten brauchten.
Ich bekam einen Anruf von einem buddhistischen Mönch. Er sagte “während des Krieges konnten wir auch problemlos schlafen, nachdem wir sahen, was der Krieg euch angetan hatte – aber jetzt, wo wir euch persönlich kennen, können wir nicht mal unsere Augen schließen, nachdem wir von den Überschwemmungen gehört haben. – Fawmiya, Kathankudy
Wir mussten unser Haus verlassen und zogen in eine benachbarte Schule. Dort waren viele Menschen und Kinder, und wir hatten kein Essen oder Trinkwasser. Niemand kam uns zu Hilfe, nicht einmal die Regierungsbeamten. In einem verzweifelten Versuch rief ich einen Freund an, den ich durch Dishanis Programm kennengelernt hatte. Er sagte, ich solle mich nicht sorgen, sondern ihm sagen, wie viele von uns dort seien, und er würde Essen organisieren, dass uns sobald wie möglich geschickt würde. Er kontaktierte mich viele Male bevor das Essen ankam, sogar um zu fragen, ob es bei der Zubereitung von Mahlzeiten für Hindus Besonderheiten zu beachten gibt. Das brach die Barriere zwischen unseren Gemeinschaften. Ich schäme mich zu sagen, dass unsere Leute die Moslems aus den Dörfern Kathankudy und Kalladi , die 1990 in der selben Situation waren, ausraubten, statt ihnen zu helfen.“ – Sivapalan, Hindu aus Batticolao
Dishanis Projekt bildet junge Menschen und religiöse Führer in Konfliktbewältigung aus, um Toleranz und Verständnis zu fördern. Das Projekt umfasst 238 junge Menschen und 290 religiöse Führer. Zusammen sind sie zu einem Netzwerk von Friedensstiftern geworden, die eine gemeinsame Zukunft schaffen.
Nationale Aktionen für Kinder
Nach dem Erfolg eines Workshops zu religiöser Toleranz im März entschlossen sich die Jungen Visionäre (JV), einen weiteren zu veranstalten. Ein äußerst erfolgreicher nationaler Workshop wurde organisiert, der sich an jüngere Kinder aus allen ethnischen und religiösen Gruppen Sri Lankas richtete.
Die JV veranstalteten das Children’s Aesthetics Camp (“Kinderschönheitslager”) in Anuradapura. Zweihundert Kinder zwischen 12 und 16 verbrachten dort drei Tage mit künstlerischen Aktivitäten wie Theaterspielen, Musik und Malen und arbeiteten dabei mit Kindern aus den verschiedensten Religionen, Kulturen und Regionen zusammen.
Das Ziel der Veranstaltung war es, religiöse Toleranz unter jungen Menschen in Sri Lanka zu fördern. Es half auch vielen dieser Kinder dabei, das Trauma zu lindern, das die Überschwemmungen bei ihnen hinterlassen hatten. Religiöse Würdenträger jeglicher Couleur unterstützten diesen nationalen Workshop nach Kräften und halfen von Anfang an, die Veranstaltung zu organisieren und bewerben.
Es kostet weniger als 50 Euro für einen Jungen Visionär an einem Seminar teilzunehmen, das ihn befähigt, in seiner Gemeinde Veränderungen herbeizuführen – Sie können dabei helfen: spenden Sie noch heute!
Feb 2011 Religiöse Toleranz in Sri Lanka
Nach fast drei Jahrzehnten des Konflikts bestehen immer noch tiefe Gräben zwischen den religiösen und ethnischen Gruppen in Sri Lanka. Die Arbeit von Dishani Jayweera, unserer Friedensstifterin vor Ort, zielt darauf ab, diese Gräben durch Workshops für religiöse Toleranz, die sie mit jungen Menschen veranstaltet, zu überbrücken.
Dishanis Projekt bringt 250 junge Menschen und 500 religiöse Führer zusammen – aus allen Glaubensgemeinschaften in Sri Lanka. Sie engagiert sich dafür, diese beiden Gruppen zu verbinden, damit sie an der Basis zusammenarbeiten und eine machtvolle Bürgerbewegung gründen, die den gesellschaftlichen Wandel vorantreibt.
Peace Direct unterstützt einen Workshop, der im Februar stattfinden wird. Er wird von religiösen Führern geleitet werden und richtet sich an 40 junge Menschen.
Sie wollen die Religion der jeweils anderen verstehen und respektieren, und die jungen Menschen werden das Gelernte zurück in ihre gesellschaftlichen Gruppen transportieren. Das nächste Jahr über werden sie auf Dorf-, Bezirks- und nationaler Ebene Aktivitäten und Veranstaltungen durchführen und damit 1.250 Menschen erreichen.
Aug 2009 Junge Visionäre arbeiten auf Frieden in Sri Lanka hin
Jüngste Berichten deuten darauf hin, dass der Grad der Gewalt in Sri Lanka sich verändert hat, aber nicht gesunken ist. Die Arbeit, die die Jungen Visionäre leisten, um den Frieden zu stärken und das gegenseitige Verständnis zu fördern, ist mehr denn je lebensnotwendig für den Frieden der Nation. Eine jüngste Serie gewaltsamer Vorfälle mit Polizeibeteiligung hat eine Welle öffentlicher Wut und aufgebrachter Leitartikel ausgelöst. http://www.alertnet.org/thenews/newsdesk/COL481004.htm [Englisch]
Diese Brutalität richtet sich nicht nur gegen die Minderheiten der Tamilen oder Moslems, sondern auch Singhalesen finden sich als Opfer von Polizeigewalt wieder. Mit abnehmendem Bürgerkrieg treten die Folgen des 20jährigen Konflikts für alle Teile der Gesellschaft zutage, und es ist jetzt äußerst wichtig, dass dieser Phase volle Unterstützung zuteil wird, um die Beziehungen zu fördern und die Teilung, die zwischen den Gemeinschaften so lange existiert hat, zu überwinden.
40 Junge Visionäre haben ihre Erstausbildung beendet und sind bereit, in ihre Bevölkerungsgruppen zurückzukehren und das Gelernte weiterzugeben – um die Einheit des Landes ebenso zu unterstützen wie seine Vielfalt, und um mit der Arbeit an Frieden und sozialer Gerechtigkeit zu beginnen.
Um den Jungen Visionären das Werkzeug für ein erfolgreiches Gelingen mit auf den Weg zu geben, haben Dishani und das CPDR-Team Workshops mit dem Schwerpunkt auf Projektmanagement und Konfliktbewältigung veranstaltet – damit ist gewährleistet, dass die Jungen Visionäre ihre Ziele definieren und
erreichen können. Die Projekte, die die Jungen Visionäre entwickelt haben, unterscheiden sich je nach Region, bedingt durch die Vielfalt der Bevölkerungsgruppen; und dennoch wird jedes einzelne davon bestrebt sein, das Verständnis zwischen den Gruppen durch die Entwicklung und Stärkung der Multiplikatoren zu verbessern. Die Jungen Visionäre benutzen dabei eine Kombination unterschiedlicher Techniken wie Sport, Gemeinschafts- und Theater- Workshops, und sie wollen nicht nur junge Menschen erreichen, sondern durch sie auch die gesamte Bevölkerung. Bevor das geschehen kann, werden Dishani und die JV hart daran arbeiten, die Zahl der Multiplikatoren auszuweiten und Unterstützung aus den Bevölkerungsgruppen heraus zu bekommen, damit die Projekte funktionieren – und dadurch ihre Zahl zu erhöhen, um die Friedensbewegung zu stärken.
Für Dishani ist es wesentlich, dass alle Bevölkerungsgruppen ihren Anteil an der Förderung und dem Aufbau von Frieden und sozialer Gerechtigkeit erkennen; denn wenn jede Gruppe andere dafür verantwortlich macht, wird Frieden in Sri Lanka nicht zu erreichen sein. Während Andere die Verantwortung für Sri Lankas Probleme weiterreichen fragt Dishani: „Wann bist Du bereit darüber zu reden was wir, die kleinen Leute, tun können? Es ist unsere Pflicht, jeden dazu zu bringen, sich für den Frieden einzusetzen.“ Das Projekt „Junge Visionäre“ stellt Menschen und Gemeinschaften in den Mittelpunkt der Friedensarbeit, denn wie Dishani sagt: „Wenn ihr nicht daran glaubt, dass wir das hier ändern können, warum sind wir hier?“
Jun 2009 Die Jungen Visionäre stellen sich vor
Dies ist der Text eines Flugblatts, das die Jungen Visionäre entworfen haben, um sich der Welt vorzustellen – geschrieben in allen drei Landessprachen
Wir sind eine multi-ethnische Gruppe junger Leute, die nach einem positiven sozialen Wandel streben, der zu einer umfassenderen, respektvolleren und gerechten Gesellschaft führt, in der jeder mit seiner eigenen Persönlichkeit akzeptiert und respektiert wird, ohne Angst vor Benachteiligung. Wir glauben fest daran, dass die junge Generation die Kraft hat, diesen sozialen Wandel zu beeinflussen, wenn wir uns ihre Energien zunutze machen. Wir haben das Bedürfnis und das Potenzial der Jugend erkannt, diese Aufgabe zu erfüllen. Allerdings fehlt ihr ausreichend Gelegenheit, Unterstützung und Ermutigung aus der Gesellschaft.
Da wir den Zusammenhang erkannt haben, durch eigene Wünsche und Fähigkeiten motiviert sind und vom Zentrum für Friedensarbeit und Versöhnung (CBPR) unterstützt werden, haben wir die „Jungen Visionäre“ gegründet, die Initiative einer jungen Bewegung, die Raum bietet und junge, talentierte Einzelpersonen darin unterstützt, gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Zurzeit haben die „Jungen Visionäre“ eine Vertretung in Großbritannien und planen eine globale Gruppe in der nahen Zukunft, so dass sich alle srilankischen Jugendlichen, die im Ausland leben, zusammenschließen können, um ein gemeinsames Ziel zu teilen.
Wir glauben, dass “Einheit durch Vielfalt” eine bessere Lösung in Richtung Entwicklung der Menschheit ist. Die „Jungen Visionäre“ bieten einen sicheren, umfassenden und respektvollen Raum, in dem jeder zusammenarbeiten, seine Fähigkeiten verbessern und Werte teilen kann, während er seine eigene Identität behält. Es soll kein Schmelztiegel sein sondern eine Salatschüssel, in der die Vielfalt genossen und gefeiert wird. Deshalb glauben wir daran, dass alle Ethnien, Religionen und auch Geschlechter miteinander harmonisieren.
Wir glauben, dass die Jugend befähigt und ermutigt werden sollte, um sie selbstbewusst im Prozess des Systemwandels zu machen. Wir wollen uns darauf konzentrieren, hilfreiche Unterstützung zu bieten, durch die zukünftige Anführer geformt werden, die die Fähigkeit zum Handeln und die Vision eines Wandels besitzen.
Wir glauben fest daran, durch die Anwendung kreativer Mittel wie “Kunst” (darstellende Kunst, visuelle Kunst und Literatur) wirksam das System ansprechen, in Frage stellen und herausfordern zu können, damit die Gesellschaft überzeugt wird, dass das System geändert werden muss. Wir wollen die Alternativen aufzeigen, die zu einer Veränderung führen. Dies ist unser erster Schritt auf unserer langen Reise in Richtung Wandel. Also lasst uns vorwärts schreiten!
Visionen ohne Taten sind nur ein Traum
Taten ohne Visionen sind nur Zeitvertreib
Taten mit Visionen werden die Welt verändern!“
- Nelson Mandela –
May 2009 Es ist noch nicht alles vorbei, Sri Lanka
„Ich glaube, es ist noch nicht alles vorbei. Jetzt müssen die Kriegsbefürworter eine politische Lösung finden, die alle Minderheiten befriedigt, aber ich bin mir nicht sicher, dass das passieren wird. In den letzten vier Tagen haben wir Siegesfeiern gesehen, gemischt mit der Angst von Minderheiten, besonders von Tamilen. Ich kann unsere Menschen in Sri Lanka nicht verstehen, wie können sie feiern, dass sie eine mit ihnen zusammenlebende ethnische Gruppe zerstören? Für morgen hat die Regierung eine große Kundgebung organisiert, um die Kriegshelden zu ehren und inselweit mehr als 100.000 Menschen zusammenzubringen, während die Minderheiten weinen. Ansonsten geht es uns gut und wir sind guter Hoffnung, unsere volle Unterstützung zur Schaffung einer politischen Lösung zu bieten, die Minderheiten unterstützt. Wir können eine positive Rolle dabei spielen, lokale Menschen dazu zu mobilisieren, eine gute politische Lösung für Minderheiten zu unterstützen.
Vielen Dank
ACM Mahir
Ausbilder der Jungen Visionäre”
May 2009 Ein Hoffnungsschimmer aus Sri Lanka
Da die Todesrate weiterhin steigt und die Vereinten Nationen von einem „Blutbad“ in Sri Lanka sprechen ist es kaum zu glauben, dass die lokalen Friedensarbeiter ihre Arbeit inmitten des Gemetzels fortsetzen. Die Partner von Peace Direct in Sri Lanka sprechen von ihrer Frustration über die Regierungspropaganda und Medienzensur, aber auch von ihrem festen Willen, die Saat des Friedens möglichst lebendig zu halten, so wie das Projekt der Jungen Visionäre, bei dem der ursprüngliche Zynismus überwunden wurde. Zum ersten mal haben sich Geistliche und die Jungen Visionäre getroffen, um den eskalierenden Konflikt zu diskutieren.
Der Peace Direct-Korrespondent in Sri Lanka berichtet.
“Am Anfang hatten die Jungen Visionäre wenig Enthusiasmus für den Frieden. Seit dem Workshop sind sie sehr enthusiastisch und haben „peer groups“ in ihrer jeweiligen Bevölkerungsgruppe ins Leben gerufen. Jede „peer group“ besteht aus ungefähr 10 anderen Leuten aus dem Dorf. Zusammen diskutieren sie, was die Jungen Visionäre aus ihrer Ausbildung gelernt haben, und teilen ihr Wissen. Ein Großteil ihrer Tätigkeit besteht darin, die Konflikte zu analysieren und eine Ursache für den Konflikt zu identifizieren, die sie als wichtig für ihre Bevölkerungsgruppe betrachten. Zusammen machen sie sich daran, eine Initiative zu entwerfen, um diese Ursache zu thematisieren. Der nächste Projektschritt besteht darin, diese lokalen Initiativen zu unterstützen und die peer group in ihrem Bemühen zu stärken, sich weiter zu organisieren.
Parallel dazu läuft das Projekt des Zentrums für Friedensarbeit und Versöhnung (CPBR) mit den Geistlichen, und zum ersten mal hat CPBR Klerus und Junge Visionäre zusammengebracht, um den Konflikt zu diskutieren. Obwohl es Unterschiede in der Sprache gab und einige der jungen Leute die ältere Generation verantwortlich machten, fand man auf vielen Gebieten eine breite Übereinstimmung. Die tamilischen Jungen Visionäre waren erstaunt, mit buddhistischen Mönchen in einem Raum zu sein, berührten und ergriffen immer wieder die Mönchsroben und sagten sie dachten immer, die Mönche wären alle gleich (d.h. extremistische Befürworter der Gewalt), und sie hätten nie gedacht, einen Mönch auf diese Weise kennenzulernen.“
Apr 2009 Brücken bauen
Ursprünglich wollte Dishani 25 Junge Visionäre (JV) ausbilden, aber die Nachfrage war so groß, dass sich 40 anmeldeten. Sie haben ihre Ausbildung beendet und Multiplikatorengruppen in ihren eigenen Gemeinden ins Leben gerufen.
Hier ist ein Beispiel, wie diese Multiplikatorengruppen arbeiten:
„Der Bezirk Batticaloa neigt zu intensiven gewalttätigen Konflikten, und viele Gemeinden leben in Angst. Zwei Kerngruppen der JV haben hier Multiplikatorengruppen ins Leben gerufen:
1) Hindu/Christengruppe aus Batti-Stadt
2) Moslemgruppe in Kattankudy
Das erste Regionaltreffen für die beiden Gruppen wurde in einer kleinen Halle in der Mitte Kattankudys, einer moslemisch dominierten Stadt, organisiert. Die Hindu- und Christengruppe kam mit ihren Multiplikatoren und trug zum Erfolg des Treffens bei. Am Ende des Treffens, als die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, ihre Gefühle zu teilen, sagte ein Kernmitglied der Hindu/Christengruppe, sie hätten Angst gehabt als sie erfuhren, dass das Treffen in Kattankudy abgehalten werden soll. Aber jetzt sei diese Angst abgebaut worden, und dadurch, dass sie hergekommen und die Moslemgruppe getroffen haben, hätten sie die Chance gehabt, sich der Vorurteile bewusst zu werden, die sie gegenüber Kattankudy und seine Menschen gehabt hätten, und sie zu ändern.
Dishana
Sri Lanka“
Apr 2009 Wachsende Krise
Die letzten Neuigkeiten aus Sri Lanka sind eine ernüchternde Erinnerung daran, was ein Konflikt bedeutet und welches immense persönliche Risiko Dishani und ihre Mit-Friedensarbeiter auf sich nehmen.
Aktuelle humanitäre Situation
24. März: Die meisten Berichte sagen aus, dass über das Wochenende mehr als 3.000 Menschen in von der Regierung kontrollierte Gebiete im Bereich Putukkudiyiruppa gewechselt sind. Allein am 21. März flohen 1.100 Zivilisten, viele davon Kinder; am 22. März flüchteten weitere 890 in dieses Gebiet. Seit dem 15. März sind mehr als 7.000 Zivilisten in Regierungsgebiete gewechselt, wodurch die Zahl der Personen, die in Übergangslagern und Wohlfahrtszentren in Mannar, Jaffna und Vavuniya untergebracht wurden, seit Dezember letzten Jahres auf knapp 5.000 angestiegen ist. Ein UN-Dokument über zivile Opfer in Vanni (nördl. Sri Lanka), das letzte Woche an die Presse gelangte, beziffert die Anzahl der zivilen Opfer zwischen dem 20. Januar und dem 7. März mit 9.924 – 2.683 Tote und 7.241 Verletzte. Dies bedeutet, dass die Anzahl der Menschen, die jeden Tag getötet werden, sich in einem Monat verdoppelt hat. Das Dokument behauptet, dass die Kampfzone zwischen Januar und Februar 2009 von 100 qkm auf 45 qkm reduziert wurde, inclusive der Sicherheitszone („no fire zone“) von 14 qkm. Während sich die Kampfzone verkleinert, steigt die Anzahl der getöteten und verletzten Personen. Die UN haben Satellitenbilder genutzt, um die Bevölkerung und die Dichte an Zivilisten in den Kampfzonen zu berechnen – basierend auf der Struktur von Schutzräumen und der Kopfzahl innerhalb der Sicherheitszone; konservative Schätzungen belaufen sich auf mindestens 100.000 Menschen in der Sicherheitszone. Die UN schätzen, dass 150.000 bis 200.000 Menschen in der Kampfzone (inclusive der Sicherheitszone) festsitzen, während die Regierung diese Zahl näher bei 70.000 sieht. 1.000 t Nahrungsmittelhilfe wurden diesen Monat verschifft; Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass 3.000 t für die 200.000 Menschen benötigt werden. Ein Mitarbeiter von CARE wurde letzte Woche in Vanni getötet. Zwei UN-Mitarbeiter samt Angehörigen, darunter ein 16jähriges Mädchen, wurden von der LTTE zwangsrekrutiert; die LTTE hat Freilassungsgesuche nicht beantwortet. Berichte deuten an, dass Zwangsrekrutierungen in den letzten Wochen zugenommen haben. China hat Diskussionen über die Situation in Sri Lanka im UNO-Sicherheitsrat blockiert mit der Begründung, es handele sich um eine „rein interne Angelegenheit“ und nicht um eine Bedrohung des internationalen Friedens und der internationalen Sicherheit.
Mar 2009 Profil zweier Junger Visionäre
Ven. Galnawe Sanarathana Thero ist buddhistischer Mönch und Student an der Universität von Kelaniya im Nordwesten
Ich lebe in einer mehrheitlich singhalesisch-buddhistischen Gegend; ich habe bislang die nationalistische Partei der Singhalesen unterstützt und wollte in die Armee eintreten, um das “Mutterland” zu beschützen. Ich war der Ansicht, dass Sri Lanka ein singhalesisch-buddhistisches Land ist und dass Tamilen, Moslems und Christen unser Land stehlen wollen. Ich hasste alle Minderheiten und hatte so viele Stereotypen. Die Jungen Visionäre haben meine Augen geöffnet um zu sehen, dass Tamilen auch Menschen sind. Freundliche, respektvolle, liebende Menschen. Durch die Jungen Visionäre entdecke ich mein eigenes Potenzial, meine Schwächen und meine Vorurteile.
Meine Leidenschaft ist Politik. Ich möchte mehr junge buddhistische Mönche versammeln, die bereit sind, ihre Ansichten herauszufordern, alte Barrieren niederzureißen und sich mit anderen zu verbinden. Wenn die buddhistischen Singhalesen den Krieg gewinnen und in der Mehrheit sind, werden wir eine riesige Verantwortung haben, Gerechtigkeit zu schaffen und diese Macht mit allen zu teilen. Ich glaube ich kann zu einer Generation beitragen, die dies wahr machen wird.“
Jovita Arunalatham ist eine tamilische Frau an der Universätit in in Colomba, Sri Lankas Hauptstadt
„Der Beitritt zu den Jungen Visionären hat mir geholfen, Antworten auf die vielen Fragen zu bringen, die ich bezüglich der Rolle habe, die ich in meiner Bevölkerungsgruppe spielen kann. Ich schäme mich zu sagen, dass ich mich erst dann wirklich mit sozialer Ungerechtigkeit beschäftigte, als ich als tamilische Studentin eine überwiegend singhalesische Universität besuchte und mir der Status der Tamilen als Bürger zweiter Klasse klar wurde.
Die Jugend in unserem Land hat die Fähigkeit, die Haltung derjenigen zu verändern, die eines Tages die Macht haben werden. Die Jungen Visionäre hoffen, dieser Aufgabe gerecht zu werden. Wir bauen ein Netzwerk junger Gleichgesinnter auf, deren Stärke und Anzahl anwächst um in ganz Sri Lanka Veränderungen zu schaffen.
Mein Lieblingszitat, dass den Geist der Jungen Visionäre zusammenfasst, ist von der Anthropologin Margaret Mead:
„Die Jungen – frei, nach ihrer eigenen Initiative zu handeln – können ihre Älteren in Richtung des Unbekannten führen. Die Jungen müssen die Fragen stellen, auf die wir nie von selbst kommen würden.“
Die Jungen Visionäre wollen eine Generation schaffen, die besser zusammenleben kann und nicht die Fehler der Eltern wiederholt.
Feb 2009 Details des Projekts Junge Visionäre
„Liebes Peace Direct-Team,
Wir haben uns entschlossen, mit drei Gruppen zu arbeiten: aus Colombo, Ampara (Ostprovinz) und Anuradhapura (Nörd. Zentralprovinz), mit jeweils fünf bis sechs Visionären je Gruppe. Die drei Gruppen werden drei Ausbildungseinheiten von jeweils vier Tagen absolvieren, mit Workshops zu den folgenden Themen:
1) Konfliktbewältigung und Friedensarbeit
2) Projektplanung und –implementierung
3) Bewusstseinsbildung
Projektdauer: 1 Jahr
Folgeaktivitäten nach Beendigung der Ausbildung:
- Jeder Junge Visionär bildet mindestens 2 Peers (Mulitiplikatoren) aus.
- Jedes Team plant und implementiert je nach verfügbarem Budget ein oder mehre Friedensarbeitsprojekte auf Gemeindeebene, die sich an die wichtigsten Bedürfnisse ihrer Ortschaft richten. Diesen Projekten wird viel Bedeutung zugemessen, denn sie ermöglichen ihnen, das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen.
- Zwei Austauscheinheiten: die Partnergruppen besuchen sowohl die Ampara- als auch Anuradhapura-Gruppe, wenn sie Projekte implementieren.
Mit freundlichen Grüßen,
Chami
CPBR, Sri Lanka”
Jan 2009 NROs fürchten Razzia der Regierung
“Ich hatte das große Glück, während einer relativ friedlichen Periode von 2003 bis 2006 in Sri Lanka zu arbeiten und reiste kurz vor der Eskalation des Konfliktes ab, der in der heutigen Situation seinen Höhepunkt fand. Damals war eine Zeit der Hoffnung und ich erinnere mich an Busse voller buddhistischer Pilger, die durch LTTE-kontrolliertes Gebiet reisten, um religiöse Stätten in Jaffna zu besuchen. Es gab innerhalb der tamilischen und singhalesischen Bevölkerungsgruppe das echte Gefühl, dass eine friedliche Lösung gefunden werden konnte, aber bei meiner Rückkehr zwei Jahre später fand ich eine völlig andere Lage vor. Die Spannungen eskalierten, und die Anführer auf beiden Seiten trieben die Spannung noch an. NROs und Entwicklungshelfer wurden mit
Argwohn bedacht, Visa wurden ohne Grund begrenzt und verzögert und ich konnte Kilinochi nicht besuchen – ein Ort, an dem ich ohne Reisebeschränkung drei Jahre verbracht hatte.
Einerseits feiert die Regierung ihre militärischen Erfolge und die Schwächung ihres Feindes, aber andererseits beschneidet sie die Freiheit der Zivilgesellschaft und des Raumes in dem man arbeiten und frei seine Meinung äußern kann. Bei Gesprächen mit einigen der Kontakte, die ich dort noch habe, lautet der Tenor, dass die Gründung des „parlamentarischen Untersuchungsausschusses“ zur Prüfung der NROS dazu dient, diesen Raum weiter zu begrenzen und ein Gefühl der Angst unter denjenigen zu schaffen, die versuchen, die humanitären Grundrechte zu schützen und Frieden und Rechtschaffenheit zurück nach Sri Lanka zu bringen. Ein Freund sagte mir, dass „die Menschen vor drei Jahren noch bereit für Veränderungen waren, aber jetzt ist das Land um 50 Jahre zurückgefallen.“ Das ist, wie ich mich fühlte, nachdem ich das letzte mal da war und die Situation sich seitdem nur verschlechtert hat. Der jüngste Mord an einer führenden Journalistin, Lasantha Wickrematunga, innerhalb einer Sicherheitszone; die Verwüstung einer TVStation; und die neuen Registrierungsrichtlinien für NROs, alles deutet auf eine anhaltende Spirale der Unterdrückung hin. Nachrichten, dass die Regierung in Sri Lanka NROs unter Druck setzt, „die Auszahlung ihrer Mittel zu regulieren und beaufsichtigen“ wurden mit Bestürzung von Friedensorganisationen aufgenommen, die das als „Rasterfahndung“ empfinden, um NROs zu ermittlen, die die Staatsideologie anzweifeln.
Während viele Singhalesen den Krieg unterstützen gibt es Andere im Süden, die entschlossen sind, die Tamilen im Norden und Osten wissen zu lassen, dass es singhalesische Buddhisten gibt, die mit dem Geschehen nicht einverstanden sind. Friedensarbeiter in Sri Lanka sind entschlossen in ihrem Engagement, und wie einer sagte: „Dies ist unser Land. Wir glauben an eine Religion, die Gewaltfreiheit und Mitgefühl fördert. Wir müssen wenigstens hier sein um die Grundsteine von Respekt, Würde und Gerechtigkeit zu schützen, ansonsten wird, wenn die Zeit kommt, niemand hier sein, um diese Grundsteine zu legen und es wird vielleicht keine Grundsteine geben. Vielleicht können wir in diesem bösen Moment nicht mehr tun … zumindest tun wir was innerhalb eines begrenzten Rahmens.“
Tom Gillhespy
Aug 2008 Start der Jungen Visionäre
“Liebe Freunde,
mit großer Freude teilen wir Ihnen mit, dass eine Gruppe junger Einzelpersonen sich zusammen mit dem Zentrum für Friedensarbeit und Versöhnung (CPBR) entschlossen hat, eine Initiative mit dem Namen „Junge Visionäre“ ins Leben zu rufen.
Unsere Überlegungen und Lehren aus den Friedens- und Konfliktbewältigungsinitiativen mit angeschlossenen Jugendgruppen haben uns dazu inspiriert, einen neuartigen Ansatz zur Gewinnung des echten Engagements der Jugend zu entwickeln, der sich jenseits der üblichen NRO-Projektroutine befindet. Im Ergebnis hat CPBR sich mit einer Gruppe junger Visionäre zusammengetan, um einen Diskurs mit gleichgesinnten jungen Menschen und Jugendgruppen und Jugendorganisationen zu initiieren, um so eine unverwechselbare Strategie zu finden, die soziale Gerechtigkeit und Veränderung bringen kann.
Wir beabsichtigen, diesen Prozess durch Theater- und Musikworkshops anzustoßen und somit einen sicheren Raum für die Jugend zu schaffen, in dem sie ihre Vision, Mission und Strategie zu Schaffung einer umfassenden Gesellschaft bestimmen kann, in der sich jeder wohl fühlt. Dies findet statt am Sonntag, dem 17. August 2008, im Badrawathy Maha Vidyala (Maha Mathya Vidyala), Colombo 05, von 9 bis 16 Uhr.
Am Tag der Einführung möchte das Organisationskomitee die Kerngruppe und Unterkomitees für die nächsten sechs Monate bestimmen. Wir empfehlen, dass Sie Ihre Teilnahme am oder vor Donnerstag, dem 14. bestätigen.
Wir hoffen, Sie teilen diese Information mit Jugendgruppen und Einzelpersonen, die gerne ihren eigenen Raum/ihre eigene Stimme innerhalb der gesellschaftlichen bzw. Konfliktbewältigungsprozesse in Sri Lanka finden möchten.
Vielen Dank,
Dishani Jayaweera
Programmdirektorin
CPBR”



