Collaborative for Peace in Sudan
Neues aus dem Projekt
May 2011 Sudan: Internationale Ölgesellschaft hört auf die Stimmen der Einheimischen
Al Fulah ist eine abgelegene Region des Sudan, reich an Öl. Wie in großen Teilen des Sudan hat auch hier der 21jährige Bürgerkrieg Entwicklung unterdrückt und die Bevölkerung lebt in Armut.
2007 begann eine Ölgesellschaft in Al Fulah zu bohren. Zur Abfindung der einheimischen Bevölkerung baute sie ein Krankenhaus – für 3 Millionen Menschen in der Gegend. Allerdings wurde es gebaut ohne die Menschen,die es benutzen sollten, um Rat zu fragen.
Das Gebäude lag viel zu weit außerhalb der Stadt um für die Menschen erreichbar zu sein, und da weder Personal noch Ausstattung zur Verfügung gestellt wurden gab es keine Ärzte oder Schwestern, welche die so dringend benötigte Gesundheitsversorgung durchführen konnten. Heute wird das Krankenhaus als Viehstall genutzt.
Letztes Jahr rief die Collaborative for Peace in Sudan (Gemeinschaft für Frieden im Sudan) ein Friedenskomittee in Al Fulah ins Leben. Durch ihre Verbindungen vor Ort arbeitete die Organisation mit den Einheimischen, um ihre Bedürfnisse festzustellen und herauszufinden, was ihnen wirklich helfen würde. Darüber hinaus baut die Collaborative Kontakt zur Ölgesellschaft auf. Sie traf sich bereits einmal mit einem Vertreter der Gesellschaft und plant ein weiteres Treffen in den nächsten Monaten. Es ist ein langsamer Prozess, aber er zeigt, dass die Ölgesellschaft lernt, auf die Stimmern der Einheimischen zu hören, und sich bemüht, ihre Unterstützung dorthin zu richten, wo sie die größte Wirkung entfaltet.
Das Leben nach dem Referendum
Auch Sudans Hauptstadt konnte der Protestwelle, die den Nahen Osten erfasst hat, nicht entgehen. Eine schwächelnde Wirtschaft, Wut über das Auseinanderbrechen des Landes, nachdem der Süden unabhängig wird, und ein Wiederaufflammen der Gewalt in Darfur tragen zur Spannung bei. Die Regierung zeigt Zeichen der Besorgnis und die Zivilgesellschaft steht unter Generalverdacht. Protesten aus der Bevölkerung wurde, obwohl klein, schnell mit Repression begegnet und es gibt regelmäßige Berichte über Menschenrechtsverletzungen gegenüber Aktivisten.
Unmittelbar nach der Trennung des Sudans in Nord und Süd begann Rasha El Fangry, unsere Friedensstifterin vor Ort, damit, die Collaborative for Peace in Sudan offiziell im Norden registrieren zu lassen. Sie wurde von Regierungsbeamten einer intensiven Untersuchung unterzogen, in der ihre Loyalität und Staatstreue in Zweifel gezogen wurden. Es ist eine schreckliche Erinnerung an die Gefahren, in welche die von uns unterstützten Menschen sich begeben, um Frieden zu schaffen. Aber Dank der Transparenz, mit der Rasha die Collaborative seit ihrer Gründung 2006 durchgehend betrieben hat, wurde die Untersuchung ein Erfolg.
Die Collaborative for Peace im Sudan ist jetzt offiziell registriert und das bietet Rasha die lang ersehnte Freiheit, mit ihrer Arbeit fortzufahren.
Nur 350 Euro reichen für die Deckung der Reisekosten von Rasha und ihrem Team, damit sie rechtzeitig in lang anhaltenden Konflikten intervenieren können – und Gemeinden helfen, nach Jahrzehnten des Krieges vorwärtszukommen. Spenden Sie noch heute!
Feb 2011 Schnelle Reaktion auf Konflikte im Sudan
Die “Collaborative for Peace in Sudan” betreibt einen “Rapid Response Fund” (etwa: Schnellen Reaktionsfonds”). Zweck dieser Struktur ist es, dass die Organisation im Fall eines akut auftretenden Problems im Besitz der Mittel ist, die notwendig sind, um schnellstmöglich und effektiv zu reagieren. Zur Zeit ist ausserdem ein Einsatz in Zusammenarbeit mit dem “Al Foolah peace committee” (Friedenskomitee) geplant.
“Die politische Situation ist aufgrund des Referendums des Südens und der Mobilisierung durch politische Parteien angespannt. Letzte Woche wurden Waffen an die Milizen ausgegeben. Wir müssen schnell reagieren.” Collaborative for Peace in Sudan
Der Konflikt besteht zwischen zwei Gemeinden – insgesamt mehr als 4000 Haushalten. Zur Versorgung dieser Menschen stehen nur spärliche Ressourcen zur Verfügung, was wiederum zum Ausbruch von Konflikten bezüglich Weide- und Ackerland führte. Da politische Spannungen neue Konfliktherde entfachen, besteht die ernsthafte Gefahr, dass diese Auseinandersetzungen in einem Blutbad enden könnten.
Im Februar wird die Collaborative for Peace in Sudan das Gebiet besuchen und ein fünftägiges Friedenskomitee abhalten. In diesem Rahmen wird eine Zusammenarbeit mit Repräsentanten von jedem Stamm angestrebt. Ziel ist es, so Brücken zwischen den beteiligten Stämmen zu bauen, sie zum Handeln aufzufordern und so die Gemeinden in die Verantwortung für den Frieden miteinzubeziehen.
Jun 2010 Sudan: Gesundheit und Feste als Folge des Konflikts
„Nach vielen Jahren schicken sie uns ein ‚Gesundheitsmobil’ weil sie wissen, dass es keine Spannungen mehr gibt und die Gegend ruhig ist.“ – Naema, örtliche Hebamme
Letzten Monat kam in einem staubigen Dorf in Süd-Kordovan ein „Gesundheitsmobil“ an, um medizinische Versorgung für zwei Stämme zu bieten. Der Caravan blieb drei Tage. Als die Menschen Hilfe und Zuwendung erfuhren, erzählten sie Geschichten von den Härten, die sie erlitten hatten. Eine junge Frau namens Handi erzählte wie traurig sie gewesen war, ihr Baby zu verlieren – sie hatte sieben Tage lang Blutungen, bevor jemand einen Transport zur nächsten Gesundheitsstation organisieren konnte.
Der Sudan leidet unter der extremsten Armut der Erde. In diesen entlegenen Gebieten leben die Menschen in Grashütten und es gibt keine Sanitäranlagen, Gesundheitsdienste oder Schulen. Ein Gesundheitsmobil bietet lebensrettende Dienste, wie Handis Geschichte zeigt, und dennoch war es das erste Mal seit fünf Jahren, dass der Caravan die Gegend besuchen konnte. Der Konflikt hat die Gemeinden auseinandergerissen und es für jeden zu unsicher gemacht, durch das Gebiet zu reisen.
Bis zum Ende des Bürgerkrieges hatten die beiden Stämme Seite an Seite gelebt, sie teilten Land, Wasser und heirateten zwischen den Stämmen. Aber Viehdiebstahl zwischen beiden Stämmen nahm immer mehr zu und die Bauern bewaffneten sich, um sich und ihre knappen Ressourcen zu schützen. Die wahre Tragödie der Geschichte ist, dass es einen Stausee auf dem Land zwischen den beiden Stämmen gibt, und das umliegende Land ist das fruchtbarste der Gegend. Mehr als fünf Jahre lang mussten die Frauen über zwölf Kilometer täglich gehen, um eine alternative Wasserquelle zu finden; das Land, das beide Stämme hätte ernähren können, blieb unbearbeitet.
Die Collaborative for Peace (Friedenskooperative) gründete ein Friedenskomitee in der Gegend, und schnell nahmen Gemeindemitglieder beider Stämme Kontakt zu ihnen auf. Sie alle erzählten von riesigen Treffen in der Vergangenheit, dem Tanzen und Feiern wenn die Stämme sich trafen, und sie baten das Komitee um Hilfe, damit es wieder so sei.
Wir sahen euch von weit her kommen um uns zu helfen. Wir sagten uns: wir sollten uns schämen, wir sind schon hier, wir sollten ernsthaft am Frieden arbeiten. – Dawood, Dorflehrer
Am 7. April arrangierte das Komitee ein neues Treffen der beiden Stämme. Fahrzeuge sind unüblich in der Gegend, die Menschen reisen auf Eseln, Kamelen oder zu Fuß, also organisierte das Komitee Lastwagen, um beim Transport der Menschen zu helfen. Mehr als 500 Männer, Frauen und Kinder machten sich auf die zweistündige Reise, um den Nachbarstamm zu besuchen – eine Reise, die keiner von ihnen in den letzten fünf Jahren unternommen hatte. Zwei Tage lang sprachen und diskutierten die Menschen der beiden Stämme und fanden schließlich Lösungen. Die Gespräche zogen sich in die Länge, aber wie ein Stammesältester sagte: „Dies ist unsere Chance, unsere Gemeinde mit unseren eigenen Händen zu verändern.“
Nach den zwei Tagen gab die Collaborative for Peace jedem Stamm etwas Geld um Samen zu kaufen, damit sie im Mai ihr Land bebauen konnten. Die beiden Gemeinden umfassen ca. 5.000 Menschen, und das Land bietet genug Ernte um die Familien zu ernähren und etwas davon auf dem Markt zu verkaufen.
Die Collaborative kehrte Anfang dieses Monats in das Gebiet zurück; die Vorteile des Friedens waren überall sichtbar. Sie erfuhr, wie die beiden Stämme gemeinsam den örtlichen Regierungsvertreter um einen Besuch des Gesundheitsmobils ersucht hatten und wie sie zusammenarbeiteten, um ihr Leben entscheidend zu verbessern.
Jetzt kann ich meine Ziegen nehmen und ohne Furcht von einem Ort zum anderen ziehen. Ich bin glücklich. – Mahamood, Dorf-Imam
Eine Basis-Ökonomie beginnt sich zu entwickeln und die Mitglieder der verschiedenen Stämme können frei reisen, um sich gegenseitig zu besuchen. Ein „Familientag“ wurde für alle Gemeinden des Bezirks organisiert, um gemeinsam zu feiern, und Menschen aus benachbarten Gemeinden – inclusive der Medien – können ihn besuchen, so dass die Region nicht an den Konflikt verloren geht.
Mein Sohn ist aus der Stadt gekommen um mir bei der Landwirtschaft zu helfen. – Halima, Dorfsänger
Die Kosten für diese Intervention betrugen weniger als 2.500 Euro – nicht einmal 50 Cent für jeden der 5.000 Menschen, die so viel vom Frieden profitiert haben, der damit finanziert wurde.
Die Collaborative for Peace hat acht Friedenskomitees wie dieses in den Provinzen Blauer Nil und Süd-Kordovan gegründet. Im Laufe des nächsten Jahres wollen sie acht weitere gründen. Bitte spenden Sie noch heute und helfen Sie diesen Gemeinden, sich selbst aus dem Konflikt herauszuführen.
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Apr 2010 Wahlen im Sudan: ein Bericht aus Jonglei
Wahlfieber
Mitten in Jonglei kamen viele Menschen zu den Wahlen – oft begeistert und doch gleichzeitig auch traurig und wütend.
Die Begeisterung wurde durch den Aufruhr um die Wahlen herum ausgelöst. Für viele von uns ist es das erste Mal und viele haben so etwas noch nie erlebt. Einiges an Trauer und Wut entstand dadurch, dass sie ihre Namen nicht auf den Listen finden konnten, bzw. mussten viele Menschen auf der Suche nach ihrem Namen viele Kilometer von Zentrum zu Zentrum laufen. Diejenigen, die ihren Namen gefunden hatten, mussten in langen Schlangen anstehen, sogar Frauen, die, da ihnen nichts anderes übrig blieb, ihre Babys dabei hatten. Das ist die komplizierteste Ausübung von Wahlen, die ich in dieser Gegend bisher erlebt habe: Einzelne mussten mehrfach wählen gehen – auch die Nebenstellen reichten da nicht, um die Last zu mindern.
Es gab und gibt immer noch eine starke Präsenz durch die Polizei und in den Zentren auch einige Sicherheitsagenten in Zivil. Wir wurden zweimal mit brutaler Gewalt konfrontiert, als mein Koordinator Herr Koang versuchte Fotos vom Wahlvorgang zu machen. Von jedem, der eine Kamera trug, wurde verlangt, dass er eine ID vom NEC hatte. Das war besonders frustrierend für all diejenigen, die die Wahlen mitverfolgen und darüber berichten wollten, da niemand mit einer Kamera nah genug an die Wahlzentren heran durfte. Sogar Mobiltelefone wurden auf Kameras hin durchsucht.
Dennoch ging sogar in dem brisanten Bundesstaat Jonglei der Wahlvorgang weiter und übertraf noch unsere Erwartungen.
Nun bin ich auf dem Weg von Ayod nach Juba, in der Hoffnung, dass die Ankündigungen der Gewinner dieser Wahl uns nicht in tiefere und dunklere Gewässer führt.
Alles, was uns jetzt übrig bleibt, ist auf die letzte und offizielle Bestätigung zu warten. Alles Übrige bleibt unserem Urteil überlassen und jede Anmerkung, die daher stammt, wird nur dazu dienen, die Entschlossenheit der Leute für mehr demokratischen Raum und möglicherweise einer demokratischen Regierung und Führung zu stärken.
George O’Ngoha
SWIDAP/CfPS
Ayod south constituency
Ayod county- Jonglei state
South Sudan
(Zusätzliche Informationen und Berichterstattung durch John Koang und seine JCEP Teamleiter)
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Apr 2010 Wahlen im Sudan: Ein Bericht aus Juba
Als die Wahlen im Sudan begannen, erschienen viele Sudanesen, um das erst Mal in der Geschichte des Süd-Sudan ihre Stimme abzugeben. Allerdings öffneten viele Wahllokale nicht rechtzeitig. Einige öffneten um 10 Uhr, andere am Mittag, und andere wiederum gar nicht an diesem Tag. Die Gründe, die dafür angegeben wurden, waren das Fehlen von Stimmzetteln oder von Wählerverzeichnissen. Diese Verspätungen führten zu Frustrationen, da viele Wähler wartend zurückgelassen wurden. Allein seinen Namen in den langen Listen außerhalb des Wahllokals zu finden, war schon eine Herausforderung. Es kostete mich drei Stunden in sechs verschiedenen Wahllokalen, bevor ich meinen gefunden hatte. Sicherheitskräfte in Zivil patrouillierten in den Wahllokalen und am Dienstag verhafteten sie in Süd-Kator 19 der Wahlbeobachter. Wir sprachen mit dem Leiter des Sicherheitspersonals und die Beobachter wurden freigelassen – für den Grund ihrer Verhaftung wurde allerdings kein Grund angegeben. Die Auszählungen beginnen morgen und ich werde Sie mit der Entwicklung auf dem Laufenden halten. Taban Kiston Santo Collaborative for Peace in Sudan Juba
Apr 2010 Wahlen im Sudan: Ein Feldbericht
Der kommende Sonntag markiert einen Meilenstein für den Sudan: Die ersten demokratischen Wahlen seit 24 Jahren. Es folgt ein lokaler Bericht:
Khartoum wird von dem Gefühl beherrscht, dass ein Sieg der Regierungspartei unabwendbar ist, was die Wahl wiederum als unwichtig erscheinen laesst. Doch außerhalb von Khartoum gibt es mehr Vertrauen darin, dass auch andere Kandidaten gewinnen könnten.
Aber dadurch, dass sich die Führer der großen Parteien einer nach dem anderen vom Wahlprozess zurückziehen, lässt das Vertrauen nach. Mit Ausnahme der Democratic Unionist Party, haben sich die meisten großen Parteien mittlerweile vom Wahlverlauf zurückgezogen. Das Carter Centre hat die Bereitschaft der sudanesischen Wahlbeamten in Frage gestellt, und diese Zweifel spiegeln sich vor Ort wider.
Niemand weiß, ob die Kommmission Alles für Sonntag vorbereitet hat.
Die sudanesische Wahkommission hat die Wahlen in Süd-Kordofan um zwei Monate verschoben – in jenem Staat, welcher sich über die unruhige Region Dafur erstreckt.
Nun macht sich Besorgnis breit, dass dies nicht aus Sicherheitsgruenden geschieht, sondern um der regierenden Partei – National Congress Party (NCP) – die Moeglichkeit zu geben, bestimmte Entwicklungsprojekte zu Ende zu bringen, um so die Chance auf Wiederwahl zu erhoehen.
In den letzten Wochen reiste ich durch Süd-Kordofan. Im gesamten Gebiet zeigt sich ein Mangel an Information, an Berichterstattung durch die Medien und an Verkehrsmitteln. Viele Menschen wissen nicht, wo sie hingehen müssen um zu wählen. Einige sagen, dass dies mit Absicht geschehe und dass allein die Anhänger der NCP vollständig darüber informiert seien, wie und wo man wählen kann.
Mar 2010 Lokale Arbeit ist gut für die Wahlen im Sudan
In der letzen Auseinandersetzung über die ersten Wahlen im Sudan seit 24 Jahren stellt Präsident Bashir die Rolle der internationalen Wahlbeobachter in Frage, während das Carter Center die Bereitschaft der Wahlbeamten in Frage stellt . Die Antwort auf beide Anliegen wäre sicherlich, die Befähigung der Menschen vor Ort zu stärken, ihre eigenen Wahlen zu beobachten - auf einer unabhängigen Basis mit einem Volksmandat, dass von allen Seiten respektiert werden würde?
Dies ist eine Herangehensweise, die wir in Süd-Sudan erprobt haben, wo Peace Direct Menschen als Wahlausbilder ausgestattet hat, um durch die Dörfer und Viehlager zu fahren und dort den Menschen zu erklären, wie und wo man wählen kann. Es zeigte sich, dass deren örtliches Wissen weitgehend respektiert wurde und dass sie, anstatt als „Fremde“ oder „Beamte“ abgelehnt zu werden, über einen neutralen Status verfügen, der in der Tat demokratisch ist. Diese Herangehensweise könnte auf die Wahlbeobachter in diesem und in anderen unruhigen Ländern ausgedehnt werden, wenn das internationale System die vielen Vorteile von lokaler Arbeit anerkennen könnte.
Carolyn Hayman,
Leitende Geschäftsführerin, Peace Direct
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BBC news – Bashir „wird Wahlbeobachter hinauswerfen” (Engl.)
Worum geht es hier? Die BBC Q&A über die Wahlen im Sudan (Engl.)
Mar 2010 Die Arbeit mit den Frauen im Sudan
Die alte Frau legt ein Tuch um ihr zerknittertes Gesicht, während sie in die Mittagssonne schielt. Sie hält einen Korb zum Verkauf. In dem Beutel, der um ihre Hüfte gebunden ist, hat sie gerade genug Geld, um ihre Familie fuer eine Woche zu ernähren. Heute braucht sie ihren Gesang nicht dem Blutvergießen zu widmen.
Fatima ist aus dem Süd-Sudan. Ihr Volk, die Hakamat, verehren die älteren Frauen ihres Stammes als rituelle Sängerinnen. Sie singen Lieder, die für gewöhnlich einen Hausbau oder die Ernte begleiten, die jedoch in letzter Zeit den Krieg bekräftigen.
In den Jahrzehnten des Bürgerkriegs hätte jede bewaffnetet Gruppe in ihrer Region – Süd-Kordofan – eine Hakamat-Frau aufgenommen, um sich von ihr Kriegslieder singen zu lassen. Der Gesang gab ihnen Mut und Selbstvertrauen. Die Sängerinnen wurden reich und wichtig.
Als der Bürgerkrieg endete, lösten sich die Milizen auf und die Sängerinnen verloren ihre Arbeit. Sie gingen wieder zurück in ihre Dörfer, um diese zu unterstützen und sahen, dass ihre blutdurstigen Lieder auch dort ein Publikum fanden. Ein lukratives Arbeitsgebiet entstand. In ländlichen Gebieten, in denen alte Wunden aus 23 Jahren Krieg zurückblieben, konnte der Einfluss einer Hakamat-Sängerin einen Streit über eine Kuh in eine Fehde zwischen Stämmen verwandeln.
Die Organisation “Collaborative for Peace in Sudan” verstand den immensen Einfluss dieser Frauen. Doch sie glaubte daran, dass Verfechter des Krieges zu Botschaftern des Friedens werden können.
Andere hatten das zuvor versucht, scheiterten aber. Hakamat-Frauen hatten zugestimmt, Friedenslieder auf Festivals zu singen und kehrten dann wieder zu ihren Gepflogenheiten zurück. Die Collaborative erklärt das so: „Die Menschen aus den Dörfern zahlen kein Geld für Friedenslieder und sobald ein Festival vorüber war, gingen die Frauen wieder dazu über, das zu tun, was sie vorher getan hatten.“
Die Collaborative untersuchte das Problem jedoch vor dem Hintergrund ihres Wissens über diese Gegend und mit Hilfe ihrer Kontakte genauer. In Gespraechen mit den Sängerinnen. Erzaehlten diese, dass das wahre Problem darin läge, dass sie nicht wissen, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. Eine Frau sagte: „Wir wollen gerne Friedenslieder lernen, damit unsere Kinder nicht an den Krieg verloren gehen. Aber ihr müsst uns etwas beibringen, mit dem wir uns ernähren können.“
Also holte die Collaborative eine Trainerin aus Khartoum in ihr Dorf, die ihre Flechtfähigkeiten waehrend eines zweiwoechigen Workshops an die einheimischen Frauen weitergab. Waehrend dieser Zeit wurden Krieg und Frieden immer wieder thematisiert: „Ich habe ihnen gesagt, dass ihre Hände gebraucht werden – Zusammen mit den Händen von ganz Sudan.“
Heute stellen diese Frauen alle möglichen Arten von Kunsthandwerk her. Sie singen über den Frieden und Fatima kann ihre Familie ernähren, ohne dabei zu Gewalt anstiften zu müssen.
Jan 2010 Ein Blick zurück auf 2009 - Sudan

Im Jahr 2009 hat Collaborative for Peace im Sudan nach und nach immer größeren Erfolg erzielt. Obwohl das Jahr seine Herausforderungen hatte, hat CfPS große Fortschritte gemacht:
- Das Netzwerk wurde bis nach Blauer Nil, Süd-Kordofan und Jonglei ausgebaut, mit dem Ziel, sich mit der Gewalt um die Wahlen zu beschäftigen.
- Fünf neue Organisationen aus dem ganzen Land sind zu CfPS hinzugekommen, und sie erhalten weiterhin auch internationale Unterstützung über Peace Direct hinaus
In einigen Gemeinden, die in schwer zu erreichenden Gebieten liegen, werden Workshops abgehalten, um die Vorstellung, dass Gewalt die einzige Antwort auf Konflikte ist, kritisch zu hinterfragen. Am Ende eines Workshops wählen die Teilnehmer einen aus fünf Mitgliedern bestehenden Ausschuss. Diese Friedensausschüsse arbeiten die Konflikte heraus, schreiten bei Streitigkeiten ein und beantragen wenn nötig eine Finanzierung für Sofortreaktion. Ihre Stellung als Insider ist nicht zu unterschätzen.
„TEs ist das erste Mal, dass uns unsere Söhne etwas gelehrt haben. Normalerweise ist es immer eine Nichtregierungsorganisation. Es gibt uns das Gefühl, etwas geben zu können und uns selbst helfen zu können.” Ein Dorfältester
Finanzierung für Sofortreaktion in Aktion
Ein Erdölunternehmen hatte angefangen in der Gegend von Kadugli zu bohren. Als Entschädigung dafür hat das Unternehmen ein Medizinisches Zentrum auf dem Land, das zum Stamm der Kolba gehört, gebaut und auch das entsprechende medizinische Personal dafür finanziert. Der Stamm der Koyat jedoch begann diese Entschädigung anzufechten, indem sie behaupteten, dass dieses Land ihnen gehört. Dadurch brach 2007 Gewalt aus, die zum Tod von drei Menschen führte. Doch dann nahm man an, dass sich die Situation beruhigt hatte.
Bei einem Workshop in Kadugli trat ein Mitglied des Stammes der Koyat an CfPS heran und äußerte seine Besorgnis darüber, dass sein Stamm sich 40 Waffen besorgt hat. Beim selben Workshop trat auch ein Mitglied des Stammes der Kolba an CfPS heran, um sie zu warnen, dass einige seiner Leute nach Kenia zu einem Militärtraining geschickt wurden. Das gerade entstandene Friedenskomitee wurde damit beauftragt, das zu untersuchen.
Das Friedenskomittee fand heraus, dass das Unternehmen den falschen Stamm entschädigt hatte. Es wurde eine Sofortreaktionsfinanzierung bereitgestellt, um eine Treffen zwischen der Ölfirma und den Stämmen zu veranstalten. Nach dreitägigen Verhandlungen willigte das Unternehmen ein, eine zweite Klinik auf dem Land der Koyat zu bauen.
Das bevorstehende Jahr
Die kommenden Wahlen 2010 und das Referendum 2011 darüber, ob sich der Süden vom Norden trennen soll, wird viele Herausforderungen bezüglich der Sicherheit im Sudan mit sich bringen. Über das nächste Jahr hinweg wird sich CfPS darauf konzentrieren, ihr Netzwerk auszubauen, um mehr Gemeinden zu erreichen. Sie werden Leute ausbilden, in den Gemeinden an der Grenze Untersuchungen über den Effekt von Erdöl durchzuführen. So werden sie die Möglichkeit haben, mehr Aspekte der Bevölkerungsbewegung zu erfassen, die in Verbindung mit dem Referendum 2011 zu erwarten sind.
Durch die Unsicherheit darüber, was die Wahlen bedeuten, die politischen Rivalitäten, die Konflikte um das Erdöl und die immer beschränkten natürlichen Ressourcen wird die Bedrohung durch Gewalt dieses Jahr das Land begleiten. CfPS bietet zum Konflikt eine friedlich Alternative und ihre Arbeit wird im Jahr 2010 noch wichtiger sein.
Oct 2009 Toms Blog aus Sudan
Ich bin für einen dreitägigen Besuch im Sudan angekommen, bei dem es um das Interesse von Stiftungen für unser Projekt Erdöl und menschliche Sicherheit im Sudan (SOHSI) geht. Das Projekt sucht nach gemeinsamen Lösungen, der mit der Erdölförderung zusammenhängenden Konflikte zwischen Erdöl-Firmen, den betroffenen Gemeinden und der Regierung. Ich möchte den Tag nicht vor dem Abend loben aber Interesse ist eindeutig vorhanden.
Ich war auch in der Abteilung für Internationale Entwicklung, um über die Unterstützung zu sprechen, die wir von ihrer Stelle in London erhalten haben. Ein Teil davon wird verwendet werden, um die mit den Wahlen zusammenhängende Gewalt im Süd-Sudan zu entschärfen.
Es war sofort klar, wie wichtig diese Projekte sind. Durch eine hochgradige Spaltung in der Leitung des süd-sudanesischen Militärs hat sich die Instabilität in dieser Region noch verstärkt und zu Gewaltausbrüchen geführt. Die Spaltung betrifft zwei der ranghöchsten Führer des Militärs – von denen einer sein eigenes Militär hat. Diese „Bodyguards“ haben die anderen Soldaten angegriffen, welche darauf mit noch mehr Gewalt reagiert haben.
Die politische Konfrontation, die in diesen Angriffen liegt, spiegelt sich in weiteren Konflikten wider, die sich durchs ganze Land ziehen – die Wahlen im März werden blutig ablaufen. Die Herausforderung ist nun das Blutvergießen zumindest zum Teil abzumindern und damit zu beginnen, lokale Mechanismen aufzubauen die der Feindseeligkeit der Politiker entgegenarbeitet…
Tom Gillhespy, Head of International Programms
Jun 2009 Süd-Kordofan, das neue Dafur
Die Situation in Süd-Kordofan wird täglich schlechter. Hier ist unsere Analyse zu der Frage, was den Konflikt vorantreibt.
Erdöl
- Öl-Geld“ schafft Spannungen zwischen Stämmen und Familien. Die Baleelah und die Awlad Hiban haben Waffen herangeschafft und den Krieg angekündigt, wobei sie sich gegenseitig beschuldigen von den Erdöl-Firmen Entschädigungen für Land angenommen zu haben,
- das jeweils dem anderen gehörte. Die Verbreitung eines Stammeswesens mit Inter-Stammes-Beziehungen ist dabei, zusammenzubrechen.
Auswirkungen auf die Sicherheit
- Man kann nicht mehr sicher durch Süd-Kordofan reisen, da es „Banditen“ und bewaffnetet Gruppen gibt. Auf unserer letzten Reise von Dilling nach Kadugli wurden wir von so einer Gruppe angehalten und nach Straßengebühren gefragt – es handelte sich nicht um Polizisten und ihre einzige Autorität bestand in Waffen.
- Autos von NGOs wurden angezündet, weil sie mit Autos von den Erdöl-Firmen verwechselt wurden.
- Korruption und Bestechung sind weit verbreitet.
- Menschen missbrauchen Macht und Status, um Entlohnungen zu bekommen, zu denen sie nicht berechtigt sind.
Auswirkungen auf die natürlichen Resourcen
- Die Vegetationsdecke geht zurück, da Bäume und Büsche von den Gemeinden absichtlich zerstört werden – in Erwartung auf die Entschädigungen von den Erdöl-Firmen.
- Darunter leiden die Wildtiere.
- Als Resultat von Erdbewegungs- und Erdverschüttungsarbeiten der Erdöl-Firmen. Ein Beispiel ist der Kailaik See, der – zum ersten mal in der Geschichte – ausgetrocknet ist.
- Im westlichen Abschnitt von Süd-Kordofa wurden Schadstoffe entdeckt, die von vielen als Ursache für die Verbreitung von Krankheiten angesehen werden, die es in dieser Gegend zuvor nicht gegeben hat: Vermehrte Fehlgeburten und Augenleiden (vor allem bei Kindern). Diese Krankheiten verbreiteten sich in Gegenden, in denen verschmutztes Wasser von den Menschen verwendet wird.
Der Konflikt verändert sich. Bei der letzten gewalttätige Auseinandersetzung zwischen den Rizaigat und Missairiyah feuerten 3000 bewaffnete Reiter und 35 Autos beider Stämme zunächst auf die Polizei bevor sie aufeinander losgingen. 28 Polizisten 50 Menschen von jedem Stamm sowie unschuldige Zivilisten starben dabei. Die Stämme sind jetzt sehr organisiert, gut trainiert und gut bewaffnet. Der nächste Konflikt zwischen den Stämmen wird blutiger sein, als zuvor. Damit der Konflikt nicht die Massenunterstützung gewinnt, was zu einem neuen Dafur führen würde, ist es dringend notwendig, dass wir unsere Arbeit gleich an der Basis beginnen.“
Koordinatorin
CfPS
Apr 2009 Zunehmende Gewalt im Staat Jonglei
Vor zwei Wochen nahm ich an einem Treffen mit der Initiative Erdöl im Sudan und menschliche Sicherheit teil, bei dem Regierungsbeamte und Repräsentanten von Total darüber sprachen, was Erdöl für einen Anteil an dem Konflikt im Staat hat. Während des Treffens war es eindeutig, dass es im Staat Jonglei zunehmende Spannungen gibt. Man geht davon aus, dass der Volksentscheid die Aufmerksamkeit auf die Spaltungen zwischen den Stämmen im Süden lenken wird, wo es schon einen besorgniserregenden Anstieg von Gewalt und Überfälle auf Vieherden gibt. Die Hauptanliegen sind jetzt:
- Die Entwaffnung der Stämme auf eine effektivere und gleichmäßigere Weise als bei vorangegangenen Bemühungen.
- Bisher wurde versucht einen Landkreis zu entwaffnen, wobei dieser dem benachbarten schutzlos ausgeliefert blieb.
- Es wurden Häuptlinge ausgewählt, um die Entwaffnungen anzuführen. Allerdings führt ein Mangel an Wissen um die örtlichen Gegebenheiten oft dazu, dass Häuptlinge ausgewählt wurden, die nicht respektiert wurden.
- Es gab auch die erfolgreicheren Versuche der freiwilligen Entwaffnung, die stärker unterstützt werden müssen.
- Die Förderung des Handels zwischen den Stämmen sowie die Versorgung der Jugend mit Arbeit
- Ich denke, das wurde mit einigem Erfolg von dem Jugend Gemeinde Programm USAID versucht, das gemeinschaftliche Stammeskomitees und einen territoriumsübergreifenden Warenverkehr erschuf.
- Das Bewusstsein für die Volksabstimmung und deren Bedeutung auf Ebene der Gemeinden zu schärfen.
- Unter Verwendung von bestehenden Frühwarnposten und Trainings auf Gemeindeebene soll ein positiver Dialog über die Volksabstimmung erhalten werden
- Mit Radiosendungen soll das Bewusstsein geschult werden und die Botschaft am Leben erhalten werden.
- Verbesserung der Kontrolle an den Staatsgrenzen
- Die Zusammenarbeit von MPs mit der Polizei soll die Grenzkontrolle festigen.
- Störende Einflüsse aus dem Norden verhindern.
- Soziale Netzwerke sollen genutzt werden, solche identifiziert werden, die dem Norden zugänglich sind und daran gearbeitet werden, sie in einer positiven Weise einzubinden.“
Tom Gillhespy
Leiter der Internationalen Programme
Peace Direct
Apr 2009 Konfliktquellen in Süd-Kordofan
Land Streitigkeiten
„Es gibt nicht genug Land für all die Mensche, die es brauchen, um ihren Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens sind viele Menschen, die die Region wegen der Kämpfe verlassen hatten, nach Hause zurückgekehrt. Während der Kriegszeiten sind Stämme die nicht zu den Rebellen gezählt wurden freiwillig in diese Regionen gezogen, in denen die Behörden Land vergeben haben, um bestimmte Stämme zufrieden zu stellen. Vielen Stadtmenschen wurde Land zur Bewirtschaftung gegeben. Einige Zurückkehrende beanspruchten das Land als ihres. Solche Streitigkeiten um Land ereignen sich überall und wandeln sich zu blutigen Kämpfen“
Wahlen
„Jeder strebt nach Macht. Die Rebellen hatten keine Macht in der Vergangenheit; durch das Friedensabkommen wurde ihnen zeitweilig welche zuteil, aber nun ist die nationale Kongress Partei im Amt. Auf der Ebene der Gemeinden wollen die alten Stammeshäuptlinge ihre Macht entweder zurückerlangen oder erhalten. Neue Generationen haben ihren Blick darauf geworfen, so dass sich die Macht entlang der Grenzen zwischen Stämmen, kleineren Gemeinden und politischen Bewegungen spaltet.“
Armut
„Die Menschen vor Ort befinden sich in einem Zustand der Armut mit großer Arbeitslosigkeit und großer Ungewissheit in Bezug auf die Zukunft. Eine kleine Streitigkeit in einer Kneipe kann in einen blutigen Konflikt zwischen Gemeinden oder Stämmen ausarten.
Stammeszugehörigkeit ist in ländlichen Gegenden so etwas wie eine Religion. Du bist nichts als ein Missairi oder Nuba und wirst jeden Kampf an der Seite deiner Stammesleute führen. Gerüchte führen zu Stammeskämpfen, ohne das jemand Inne hält, um zu prüfen, ob die Information wirklich stimmt. Die Medien sind auf der Seite der regierenden Partei, was auch bedeutet, dass Zeitungen nicht dazu befugt sind irgendetwas zu schreiben, was nicht von einem Regierungssprecher als Pressemitteilung herausgegeben wurde.
Früher haben die Frauen die Männer mit Anfeuerungsrufen unterstützt, zur Motivation gesungen und getanzt – jetzt nicht mehr. Die Kämpfe haben die Frauen schwer getroffen und nun sitzen sie zu tausenden in den Straßen der Städte und verkaufen Tee, um die Waisen zu unterstützen oder die Kinder, deren Väter weggegangen sind. Jeder ist bewaffnet. Menschen in ländlichen Gegenden können sich lediglich auf ihre Waffe und die Unterstützung ihres Stammes verlassen. Die Anwesenheit von Regierungsbehörden ist nur ein wenig in der Stadt zu bemerken – Auf dem Land gibt es kein Gesetzt und man muss sich allein durchschlagen. Also muss jeder bewaffnet sein und auf Grund der Konflikte in Chad und Dafur werden Waffen günstiger und sind überall zu bekommen.“
Koordinatorin
CfPS
Jan 2009 Sudan Blauer Nil Gemeinde-Treffen
„CfPS organisiert monatliche Treffen im Staat Blauer Nil, um Möglichkeiten der Friedensstiftung zu erarbeiten und das Bewusstsein für die anstehenden Wahlen zu verbreiten.
Errungenschaften
- Kopien des Friedensabkommens wurden in den Gemeinden verteilt.
- 5 Freiwillige aus jeder Stadt unterstützten die Organisation der Treffen.
- Regierungsbehörden befürworteten die Treffen und sandten sogar Repräsentanten um an den Treffen teilzunehmen.
- Das Komitee half bei der Lösung eines Konflikts zwischen den Angassana und den Ambararu, der 10 Menschenleben gekostet hatte.
- Es wurde Vertrauen zwischen den Menschen vor Ort und CfPS aufgebaut.
- Die Komitees waren in der Region, um das Problem der Gewalt bei Wahlen anzugehen.
- Die Komitees arbeiten mit den örtlichen Medien zusammen, um Programme zu diesen Themen zu produzieren, die im nationalen Fernsehen ausgestrahlt werden sollen.
Schwierigkeiten
- Durch den Mangel an Transportmitteln und die hohen Kosten von Mietfahrzeugen, ist es schwierig, von einem Dorf ins nächste zu kommen.
- Die Menschen bräuchten Plakate und Lautsprecheranlagen (öffentliche), die den Komitees nicht zur Verfügung stehen.
- Ohne einen bezahlten Administrator läuft die Koordination der vier Komitees nur langsam.
- Die hohe Anzahl von Teilnehmern an diesen Treffen erfordert eine angemessene Anzahl an Stühlen, Verpflegung etc. die sich die Komitees nicht leisten können.
- Die Dispute erfordern das Hinzuziehen von erfahrenen Moderatoren, der vor Ort nicht vorhanden sind. Die Komitees haben weder Mittel diese zu bezahlen noch sie mit einer Unterkunft zu versorgen.
- Für die Komitees ist es unbedingt notwendig, die Treffen monatlich oder zumindest vierteljährlich abzuhalten. Dafür stehen nicht ausreichend finanzielle Mittel zu Verfügung.
- Sowohl der Umfang der Arbeit als auch die Verantwortung nimmt immer weiter zu, wohingegen die Anzahl der Mitglieder der Komitees die zur Verfügung stehen begrenzt ist.
Koordinatorin
CfPS“
Nov 2008 Gelöster Stammeskonflikt
„Zwischen den Missairiyah, einem arabischen Stamm und den Manadeel, einem Nuba –Stamm sind Konflikte um Land- und Wasserressourcen ausgebrochen. Im Grunde sind dies ständig anhaltende Konflikte, die aber unlängst in einen bewaffneten Konflikt eskaliert sind. CfPS organisierte ein Seminar, in dem die Ältesten beider Stämme zusammengebracht wurden, um den Konflikt zu lösen und ein beständiges Friedenskomitee zu schaffen, das aus beiden Stämmen zusammengesetzt ist.
Du kannst den Bericht des Seminars hier lesen.
Koordinatorin
CfPS“



