Süd-Kordofan, das neue Dafur

Die Situation in Süd-Kordofan wird täglich schlechter. Hier ist unsere Analyse zu der Frage, was den Konflikt vorantreibt.

Erdöl

  • Öl-Geld“ schafft Spannungen zwischen Stämmen und Familien. Die Baleelah und die Awlad Hiban haben Waffen herangeschafft und den Krieg angekündigt, wobei sie sich gegenseitig beschuldigen von den Erdöl-Firmen Entschädigungen für Land angenommen zu haben, das jeweils dem anderen gehörte.
  • Die Verbreitung eines Stammeswesens mit Beziehungen untereinander ist dabei, zusammenzubrechen. Jüngst wurden sieben Menschen in einem Konflikt zwischen zwei Stämmen getötet.

Auswirkungen auf die Sicherheit

  • Man kann nicht mehr sicher durch Süd-Kordofan reisen, da es Banditen und bewaffnetet Gruppen gibt. Auf unserer letzten Reise von Dilling nach Kadugli wurden wir von so einer Gruppe angehalten und nach Straßengebühren gefragt – es handelte sich nicht um Polizisten und ihre einzige Autorität bestand in Waffen.
  • Autos von NGOs wurden angezündet, weil sie mit Autos von den Erdöl-Firmen verwechselt wurden.
  • Korruption und Bestechung sind weit verbreitet.
  • Menschen missbrauchen Macht und Status, um Entlohnungen zu bekommen, zu denen sie nicht berechtigt sind.

Auswirkungen auf die natürlichen Resourcen

  • Die Vegetationsdecke geht zurück, da Bäume und Büsche von den Gemeinden absichtlich zerstört werden – in Erwartung auf die Entschädigungen von den Erdöl-Firmen.
  • Darunter leiden die Wildtiere.
  • Als Resultat von Erdbewegungs- und Erdverschüttungsarbeiten der Erdöl-Firmen trocknen Wasserlöcher aus. Ein Beispiel ist der Kailaik See, der – zum ersten mal in der Geschichte – ausgetrocknet ist.
  • Im westlichen Abschnitt von Süd-Kordofa wurden Schadstoffe entdeckt, die von vielen als Ursache für die Verbreitung von Krankheiten angesehen werden, die es in dieser Gegend zuvor nicht gegeben hat: Vermehrte Fehlgeburten und Augenleiden (vor allem bei Kindern). Diese Krankheiten verbreiteten sich in Gegenden, in denen verschmutztes Wasser von den Menschen verwendet wird.

Der Konflikt verändert sich. Bei der letzten gewalttätige Auseinandersetzung zwischen den Rizaigat und Missairiyah feuerten 3000 bewaffnete Reiter und 35 Autos beider Stämme zunächst auf die Polizei bevor sie aufeinander losgingen. 28 Polizisten, 50 Menschen beider Stämme sowie unschuldige Zivilisten starben dabei. Die Stämme sind jetzt sehr organisiert, gut trainiert und gut bewaffnet. Der nächste Konflikt zwischen den Stämmen wird blutiger sein, als zuvor. Damit der Konflikt nicht die Massenunterstützung gewinnt, was zu einem neuen Dafur führen würde, ist es dringend notwendig, dass wir unsere Arbeit gleich an der Basis beginnen.“

CfPS-Koordinatorin

Teilen:

Jetzt spenden

Post Thumbnail

Spenden Sie noch heute und helfen Sie der Collaborative, eine starke Kraft bei der Verteidigung des zerbrechlichen Friedens zu sein!

Jetzt spenden