Sudan: Gesundheit und Feste als Folge des Konflikts

„Nach vielen Jahren schicken sie uns ein ‚Gesundheitsmobil’ weil sie wissen, dass es keine Spannungen mehr gibt und die Gegend ruhig ist.“ – Naema, örtliche Hebamme

Letzten Monat kam in einem staubigen Dorf in Süd-Kordovan ein „Gesundheitsmobil“ an, um medizinische Versorgung für zwei Stämme zu bieten. Der Caravan blieb drei Tage. Als die Menschen Hilfe und Zuwendung erfuhren, erzählten sie Geschichten von den Härten, die sie erlitten hatten. Eine junge Frau namens Handi erzählte wie traurig sie gewesen war, ihr Baby zu verlieren – sie hatte sieben Tage lang Blutungen, bevor jemand einen Transport zur nächsten Gesundheitsstation organisieren konnte.

Der Sudan leidet unter der extremsten Armut der Erde. In diesen entlegenen Gebieten leben die Menschen in Grashütten und es gibt keine Sanitäranlagen, Gesundheitsdienste oder Schulen. Ein Gesundheitsmobil bietet lebensrettende Dienste, wie Handis Geschichte zeigt, und dennoch war es das erste Mal seit fünf Jahren, dass der Caravan die Gegend besuchen konnte. Der Konflikt hat die Gemeinden auseinandergerissen und es für jeden zu unsicher gemacht, durch das Gebiet zu reisen.

Bis zum Ende des Bürgerkrieges hatten die beiden Stämme Seite an Seite gelebt, sie teilten Land, Wasser und heirateten zwischen den Stämmen. Aber Viehdiebstahl zwischen beiden Stämmen nahm immer mehr zu und die Bauern bewaffneten sich, um sich und ihre knappen Ressourcen zu schützen. Die wahre Tragödie der Geschichte ist, dass es einen Stausee auf dem Land zwischen den beiden Stämmen gibt, und das umliegende Land ist das fruchtbarste der Gegend. Mehr als fünf Jahre lang mussten die Frauen über zwölf Kilometer täglich gehen, um eine alternative Wasserquelle zu finden; das Land, das beide Stämme hätte ernähren können, blieb unbearbeitet.

Die Collaborative for Peace (Friedenskooperative) gründete ein Friedenskomitee in der Gegend, und schnell nahmen Gemeindemitglieder beider Stämme Kontakt zu ihnen auf. Sie alle erzählten von riesigen Treffen in der Vergangenheit, dem Tanzen und Feiern wenn die Stämme sich trafen, und sie baten das Komitee um Hilfe, damit es wieder so sei.

Wir sahen euch von weit her kommen um uns zu helfen. Wir sagten uns: wir sollten uns schämen, wir sind schon hier, wir sollten ernsthaft am Frieden arbeiten. – Dawood, Dorflehrer

Am 7. April arrangierte das Komitee ein neues Treffen der beiden Stämme. Fahrzeuge sind unüblich in der Gegend, die Menschen reisen auf Eseln, Kamelen oder zu Fuß, also organisierte das Komitee Lastwagen, um beim Transport der Menschen zu helfen. Mehr als 500 Männer, Frauen und Kinder machten sich auf die zweistündige Reise, um den Nachbarstamm zu besuchen – eine Reise, die keiner von ihnen in den letzten fünf Jahren unternommen hatte. Zwei Tage lang sprachen und diskutierten die Menschen der beiden Stämme und fanden schließlich Lösungen. Die Gespräche zogen sich in die Länge, aber wie ein Stammesältester sagte: „Dies ist unsere Chance, unsere Gemeinde mit unseren eigenen Händen zu verändern.“

Nach den zwei Tagen gab die Collaborative for Peace jedem Stamm etwas Geld um Samen zu kaufen, damit sie im Mai ihr Land bebauen konnten. Die beiden Gemeinden umfassen ca. 5.000 Menschen, und das Land bietet genug Ernte um die Familien zu ernähren und etwas davon auf dem Markt zu verkaufen.

Die Collaborative kehrte Anfang dieses Monats in das Gebiet zurück; die Vorteile des Friedens waren überall sichtbar. Sie erfuhr, wie die beiden Stämme gemeinsam den örtlichen Regierungsvertreter um einen Besuch des Gesundheitsmobils ersucht hatten und wie sie zusammenarbeiteten, um ihr Leben entscheidend zu verbessern.

Jetzt kann ich meine Ziegen nehmen und ohne Furcht von einem Ort zum anderen ziehen. Ich bin glücklich. – Mahamood, Dorf-Imam

Eine Basis-Ökonomie beginnt sich zu entwickeln und die Mitglieder der verschiedenen Stämme können frei reisen, um sich gegenseitig zu besuchen. Ein „Familientag“ wurde für alle Gemeinden des Bezirks organisiert, um gemeinsam zu feiern, und Menschen aus benachbarten Gemeinden – inclusive der Medien – können ihn besuchen, so dass die Region nicht an den Konflikt verloren geht.

Mein Sohn ist aus der Stadt gekommen um mir bei der Landwirtschaft zu helfen. – Halima, Dorfsänger

Die Kosten für diese Intervention betrugen weniger als 2.500 Euro – nicht einmal 50 Cent für jeden der 5.000 Menschen, die so viel vom Frieden profitiert haben, der damit finanziert wurde.

Die Collaborative for Peace hat acht Friedenskomitees wie dieses in den Provinzen Blauer Nil und Süd-Kordovan gegründet. Im Laufe des nächsten Jahres wollen sie acht weitere gründen. Bitte spenden Sie noch heute und helfen Sie diesen Gemeinden, sich selbst aus dem Konflikt herauszuführen.

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